Postangestellte beurteilen die Konzernstrategie negativer

Die Zufriedenheit des Post-Personals ist wie bereits im Vorjahr gesunken.

Die Post gehört zurzeit nicht zu den populärsten Unternehmen.

Die Post gehört zurzeit nicht zu den populärsten Unternehmen.

Mischa Stünzi

Dass die Post momentan nicht gerade zu den populärsten Unternehmen gehört, zeigt sich nicht nur an den teils bissigen Onlinekommentaren. Auch im Parlament fanden die Nationalräte deutliche Worte, als sie im Frühjahr über eine Verschärfung des Postgesetzes debattierten. Besonders die Strategie des gelben Riesen, schweizweit in den nächsten Jahren bis zu 600 der heute 1400 Poststellen zu schliessen, stösst vielerorts auf Widerstand. Aber nicht nur sie. Auch sonst sorgt die Post immer wieder für Wirbel, etwa wenn sie im Backoffice den dicken Rotstift ansetzt oder die Lastwagenflotte auslagert.

Der Grossumbau des Staatsunternehmens sorgt offenbar auch bei den Postangestellten für Unmut. Das zeigt die aktuelle Personalumfrage. Die generelle Personalzufriedenheit ist wie im Jahr zuvor erneut um 1 Punkt auf 73 von 100 möglichen Punkten gesunken. Die Zufriedenheit mit dem Management ist ebenfalls tiefer und erreicht nur noch 70 Punkte. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Angestellten offenbar vor allem mit dem Topkader weniger einverstanden sind; die direkten Vorgesetzten erreichen mit 80 Punkten immer noch Bestnoten.

Unzufrieden mit der Strategie

Die deutlichste Veränderung zeigt sich allerdings bei der Zufriedenheit mit der Konzernstrategie. Sie fällt um 4 auf 63 Punkte – den tiefsten Wert seit Jahren, wie die Gewerkschaft Syndicom betont. Resultate zwischen 60 und 74 Punkten gelten für die Post als mittlere positive Beurteilung. Rückläufig – wenn auch auf nach wie vor hohem Niveau – waren zudem das Engagement und die Identifikation.

Die Post führt die insgesamt merklich schlechtere Beurteilung auf die internen Umstrukturierungen zurück. Sie habe grösstes Verständnis dafür, dass diese zu Unsicherheiten und Ängsten führten, lässt sich Personalchefin Valérie Schelker in der Mitteilung zitieren. Deshalb würden die Angestellten in diesem Prozess «eng begleitet». An der Umfrage haben gut 37'000 Post-Mitarbeiter aus 15 Ländern teilgenommen. Mit welcher Methodik die Befragung und die Auswertung erfolgen und wie die Punkte berechnet werden, wollte die Post auf Anfrage nicht bekannt geben.

DerBund.ch/Newsnet

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