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Post kann ihren Gewinn knapp halten

Der Umsatz blieb bei der Schweizer Post mit 8,6 Milliarden Franken leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Höhere Produktivität und mehr Kundengelder retteten den Gewinn aber.

Alles im Kasten: Post-Chef Jürg Bucher.
Alles im Kasten: Post-Chef Jürg Bucher.
Keystone

Bei der Schweizerischen Post bewegt sich einiges: Die Anstalt will mehr am wachsenden E-Commerce verdienen und die zunehmenden Verluste im Schaltergeschäft eindämmen. Dennoch heisst es Treten an Ort - Umsatz und Gewinn gingen 2011 leicht zurück.

Die Differenzen zum Vorjahr bewegten sich im «Zufallsbereich», relativierte Post-Verwaltungsratspräsident Peter Hasler an der Bilanz-Medienkonferenz in Bern. Der Umsatz erreichte knapp 8,6 Milliarden Franken, nach gut 8,7 Milliarden im Jahr 2010.

«Trotz Turbulenzen konstant»

Der Konzerngewinn ging um 6 Millionen Franken zurück und lag 2011 bei 904 Millionen. Der sogenannte Stammhausgewinn über 611 Millionen fliesst neben dem Anteil an den Bund in die Aufstockung des Eigenkapitals, in Investitionen und in die angeschlagene Pensionskasse.

Hasler zeigte sich vor den Medien zufrieden: «Trotz der Turbulenzen auf den Märkten und der internationalen Verschuldung blieb das Resultat konstant.» Zudem habe die Post den gesetzlichen Auftrag des Bundes - darunter eine qualitativ hochstehende Grundversorgung - erfüllt.

Das laufende Jahr wird schwierig

Doch die Zahlen deuten auf einen rückläufigen Trend hin. «Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen tieferen Gewinn», sagte Hasler - zudem sehe man keine grossen Ertragslücken. Erwartet werden schlechtere Zinserträge, kleinere Brief- und Paketmengen sowie höhere Kosten bei Personal und Vorsorge.

In allen vier Sparten der Post waren die Ergebnisse gut, wie Konzernleiter Jürg Bucher sagte. «Trotzdem wurden noch nicht branchenübliche Renditen erreicht.» Der grössten Gewinn wurde im Retailfinanzmarkt erzielt. Dieser macht fast zwei Drittel des Konzerngewinns aus.

Dies sei im Wesentlichen auf höhere Kundengelder zurückzuführen. Postfinance wies einen Neugeldzufluss von 8,2 Milliarden aus - gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um gut 2,5 Milliarden Franken. Der Gewinn mit den bankähnlichen Dienstleistungen kletterte um 20 Millionen Franken auf 591 Millionen Franken. Die Postautos steuerten 33 Millionen Franken zum Gesamtgewinn bei, 5 Millionen mehr als 2010.

Stagnation beim Internethandel

Mit Logistik erwirtschaftete die Post einen Gewinn von 151 Millionen und konsolidierte damit den Gewinnsprung vom Vorjahr. Der Konzern beklagte im letzten Jahr eine Stagnation im Distanzhandel - gemeint ist hiermit der Verkauf und Versand bei Internetbestellungen.

In diesem Bereich sieht die Post jedoch das grösste Gewinnpotenzial: «Wir gehen davon aus, dass bis 2020 40 Prozent aller Non-Food-Produkte per Paket versandt werden», sagte Bucher. Die Post wolle deshalb Dienstleistungen «entlang der ganzen Wertschöpfungskette» anbieten.

Sorgenkind Schaltergeschäft

Mit Postdienstleistungen erwirtschaftete der Betrieb von 121 Millionen Franken nach 147 Millionen im Vorjahr. Das Sorgenkind bleibt das Schaltergeschäft: Hier schrieb die Sparte einen Verlust von 151 Millionen Franken und somit über 30 Millionen mehr als 2010.

Die Post setzt die Messlatte dennoch hoch: «Der Kommunikationsmarkt muss künftig mehr verdienen», sagte Bucher, «konkret sind 200 Millionen Franken Gewinn nötig.» Erreicht werden soll dies durch zusätzliche Erträge mit digitalen Angeboten und den Umbau des Betriebsnetzes.

Von den rund 3600 Kundenschalter und Agenturen sollen keine gestrichen werden. Die Post wolle aber «neue Vetriebsformen» einführen. Schliesslich setzt sie im Zeitalter elektronischer Mitteilungen auf eine Neupositionierung des bewährten Briefs. Denn dieser erzeuge - verglichen mit dem SMS oder dem E-Mail - bei den Empfängern «mehr Aufmerksamkeit und Emotionen».

SDA/ami

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