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Piloten von Lufthansa-Tochter streiken

Rund 15'000 Passagiere der deutschen Lufthansa-Tochter Germanwings bleiben am Freitag am Boden. Lediglich einige Touristen werden verschont.

Die Piloten und die Lufthansa verhandeln seit Monaten ohne Ergebnis über die Löhne: Jetzt kommt es zum Streik.
Die Piloten und die Lufthansa verhandeln seit Monaten ohne Ergebnis über die Löhne: Jetzt kommt es zum Streik.
Keystone

Die Pilotengewerkschaft Cockpit kündigte im Lohnstreit mit der Unternehmensmutter Lufthansa einen Streik bei Germanwings von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags an. In den Streikzeitraum fallen 164 Flüge aus, 116 davon muss Germanwings streichen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die betroffenen Fluggäste hätten die Möglichkeit, auf die Bahn auszuweichen. Sie können ihren Flug aber auch stornieren oder umbuchen.

Flüge in die wichtigsten Feriendestinationen hingegen fänden statt. Dafür werde Germanwings etwa Flugzeuge bei anderen Airlines anmieten oder Piloten aus dem Management einsetzen. Der Streik fällt auf das Ende der Ferien in den Bundesländern Thüringen und Sachsen.

Grund für den Streik ist der Lohnstreit bei der Lufthansa. Piloten und Geschäftsführung verhandeln seit Monaten über eine Regelung zur Übergangsversorgung. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Cockpit lehnt dies ab.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Um den Druck auf die Lufthansa zu erhöhen, kündigte sie am Donnerstagmorgen kurz vor Beginn neuer Gespräche den Streik bei Germanwings an. Diese Gespräche blieben ergebnislos, wie beide Seiten am Nachmittag mitteilten.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens äusserte sich «sehr enttäuscht». Sie warf der Gewerkschaft vor, der Streik sei bereits beschlossene Sache gewesen.

Ein Sprecher der Gewerkschaft wies den Vorwurf zurück. Es handle sich um eine «absolute Unterstellung», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Cockpit wäre nicht in die Verhandlungen gegangen, «wenn wir nicht davon ausgegangen wären, dass es eine Lösung gibt».

Wegen des Streits um die Übergangsversorgung waren die Piloten bereits Anfang April drei Tage in den Ausstand getreten. Rund 3800 Flüge fielen aus. Der mehrtägige Ausstand kostete den Konzern nach eigenen Angaben über 60 Millionen Euro.

Auch in Frankreich droht ein Streik

Im Nachbarland Frankreich drohten die Piloten von Air France ebenfalls mit einem Streik. Vom 15. bis 22. September solle die Fluglinie bestreikt werden, kündigte der Chef der Pilotengewerkschaft SNPL AF Alpa, Jean-Louis Barber, am Donnerstag in Paris an.

Die Kampfmassnahme werde ergriffen, sofern es keine Fortschritte in Gesprächen mit Air France gebe. Hintergrund des Streik ist die geplante Auslagerungen von Kurz- und Mittelstreckenflügen von Air France an deren Billigtochter Hop!.

(SDA)

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