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Peugeot-Citroën streicht 8000 Stellen

Der französische Autohersteller Peugeot-Citroën legt ein ganzes Produktionswerk still. Durch die Schuldenkrise ist die Nachfrage in Südeuropa eingebrochen. 2014 soll der Konzern wieder Gewinn schreiben.

Betroffen sind vor allem die Standorte in Aulnay-sous-Bois und in Rennes: Autoproduktion im Citroën-Werk in Sausheim. (Archivbild)
Betroffen sind vor allem die Standorte in Aulnay-sous-Bois und in Rennes: Autoproduktion im Citroën-Werk in Sausheim. (Archivbild)
AFP

Der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot-Citroën baut in Frankreich 8000 Stellen ab. Betroffen seien vor allem die Standorte in Aulnay-sous-Bois bei Paris und im westfranzösischen Rennes, teilt das Unternehmen mit. Hintergrund sei ein zu erwartender Absatzrückgang in Europa von acht Prozent in diesem Jahr, erklärte der nach Volkswagen zweitgrösste europäische Autokonzern. Im Werk in Aulnay-sous-Bois mit mehr als 3000 Mitarbeitern werde die Autoproduktion 2014 eingestellt, hiess es in einer Mitteilung. Im Grossraum Paris werde sich die Produktion auf das Werk in Poissy konzentrieren.

Hintergrund der PSA-Probleme ist die tiefe Absatzkrise in Europa, unter der auch die Konkurrenten Renault, Fiat, Ford und Opel leiden. 2012 fällt die Nachfrage in der EU nach PSA-Einschätzung um 8 Prozent, von 2007 bis 2012 um 23 Prozent. PSA verliert 2012 sogar 10 Prozent, wegen der bisherigen Stärke in den Problemländern Spanien, Frankreich und Italien. Im ersten Halbjahr setzte der Hersteller noch 1,6 Millionen Autos ab. Die Auslastung der PSA-Fabriken liegt nach Firmenangaben nur noch bei 76 Prozent. Nach Ansicht von Branchenkennern beginnt aber frühesten bei 80 Prozent Auslastung die Gewinnzone.

Traditionswerk wird geschlossen

Im Einzelnen sollen das Werk in Aulnay nördlich von Paris mit 3000 Mitarbeitern geschlossen werden, 1400 Stellen werden im nordfranzösischen Rennes gestrichen und 3600 in der Verwaltung. Die Gewerkschaften hatten bereits zu Streiks und Protesten aufgerufen.

Den im Traditionswerk Aulnay-sous-Bois hergestellte Kleinwagen C3 soll neu in der nahen Fabrik Poissy produziert werden, wo bereits der Peugeot 208 vom Band läuft. Zurzeit sind beide Werke nicht ausgelastet. In Rennes verkleinert PSA die Produktion der Limousinen Peugeot 508 und Citroën C5 und C6. Beide Modelle stehen unter dem Druck starker Konkurrenten wie dem VW Passat oder Audi A4. Ausserdem sollen quer durch den Konzern Stellen gestrichen werden.

Schuldenkrise dämpft Nachfrage in Südeuropa

Der grösste Autohersteller Frankreichs reagiert damit auf den dramatischen Absatzeinbruch infolge der Schuldenkrise vor allem in Südeuropa, wo die Kleinwagen des Herstellers ihre Hauptmärkte haben.

«Die Tiefe und Hartnäckigkeit der Krise, die unser Europageschäft belastet, haben diese Reorganisation unerlässlich gemacht, um unsere Produktionskapazität an die absehbaren Markttrends anzupassen», sagte der Vorstandsvorsitzende Philippe Varin am Donnerstag in Paris.

«Unvermeidbare Neuordnung»

«Ich bin mir des Ernstes der heutigen Ankündigungen voll bewusst», erklärte Konzernchef Philippe Varin. Die Schwere der Krise und ihre Auswirkungen auf das Geschäft in Europa machten diese Neuordnung unvermeidbar. Für das erste Halbjahr stellte der Autobauer einen Nettoverlust in Aussicht. In der Kern-Auto-Sparte werde ein operativer Verlust von 700 Millionen Euro stehen. Erst Ende 2014 werde es wieder einen positiven Cashflow geben.

PSA Peugeot-Citroën war im Februar eine Allianz mit dem US-Autobauer General Motors eingegangen, zu dem auch Opel gehört. Seither wurden zusätzliche Stellenkürzungen befürchtet, weil die Kooperation bei den Konzernen Einsparungen bringen soll.

PSA hat wegen der Krise bereits die Autovermietung Citer sowie die Pariser Konzernzentrale verkauft, für insgesamt rund 700 Millionen Euro. Auch die profitable Logistiktochter Gefco steht zum Verkauf.

AFP/sda/mw

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