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Opel-Chef Stracke räumt überraschend den Posten

Der kränkelnde Autohersteller muss sich einen neuen Chef suchen. Karl-Friedrich Stracke wechselt nach nur eineinviertel Jahren zur Opel-Mutter GM.

Sieht Opels Zukunft positiv: Karl-Friedrich Stracke.
Sieht Opels Zukunft positiv: Karl-Friedrich Stracke.
Keystone

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke ist überraschend zurückgetreten. Wie der Autohersteller in Rüsselsheim mitteilte, trat Stracke nach nur eineinviertel Jahren im Amt zurück, um «Sonderaufgaben» für den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) zu übernehmen. Der Betriebsrat forderte, «schnellst möglich» einen geeigneten Nachfolger zu finden. Genaue Gründe für den Rücktritt Strackes gab Opel zunächst nicht bekannt - auch keine Details zu dessen künftigen Sonderaufgaben im Konzern. Wie der Autobauer mitteilte, hat die Suche nach einem Nachfolger bereits begonnen. Zunächst aber werde GM-Vizechef Stephen Girsky die Geschäfte des US-Autobauers in Europa kommissarisch leiten. Das Europageschäft von GM besteht zum grössten Teil aus Opel.

Der 56-jährige Stracke war seit April vergangenen Jahres Vorstandschef von Opel. Wie das Unternehmen mitteilte, wird der Aufsichtsrat «in Kürze» einberufen, um einen vorübergehenden Nachfolger für Stracke im Amt des Vorstandschefs zu benennen.

Stracke hatte erst unlängst einen Zukunftsplan für den kriselnden Autobauer für die kommenden Jahre vorgestellt. Opel hat seit längerem mit schwachen Verkaufszahlen zu kämpfen.

«Eckpfeiler von GM»

Stracke erklärte, er räume seinen Posten in dem Wissen, dass Opel «in eine gute Zukunft steuert». Er freue sich, für GM andere Aufgaben zu übernehmen. GM-Chef Dan Akerson erklärte, Stracke habe «unermüdlich und unter grossem Druck gearbeitet», um das Geschäft Opels wieder zu stabilisieren.

Der Betriebsrat zollte Stracke für dessen Arbeit Respekt. Stracke habe seinen Job an der Opel-Spitze im vergangenen Jahr «unter schwierigen Bedingungen angetreten», erklärte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Mit der Ernennung Girskys zeige der US-Autokonzern, dass Opel «ein Eckpfeiler» von GM sei.

Spekulationen über Opels Zukunft

Wie ein Opel-Sprecher sagte, ändert der Rücktritt Strackes nichts am kürzlich beschlossenen Zukunftsplan des Unternehmens. Vorgesehen sind demnach Investitionen in neue Automodelle, eine neue Strategie für die Marke Opel, den Autoverkauf sowie für den Export in andere Länder. Zudem will Opel Kosten für Autoteile, Modell-Entwicklung und in der Produktion senken. Eine Partnerschaft mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën, welche die US-Opel-Mutter General Motors (GM) Ende Februar besiegelte, soll Vorteile im Einkauf, der Entwicklung und bei der Logistik bringen.

Über die Zukunft von Opel und seinen Werke wird seit Längerem wieder spekuliert. Das Unternehmen muss profitabler Autos produzieren, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Opel schreibt seit Jahren Verluste. PSA Peugeot Citroën plagen ebenfalls massive wirtschaftliche Probleme. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen an, 8000 Stellen zu streichen.

AFP/kpn

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