Ohne sie kein Nespresso

Der diesjährige SVC-Unternehmenspreis geht an Rychiger aus Steffisburg. Der Maschinenbauer beschäftigt rund 200 Personen, hat einen Exportanteil von 90 Prozent und zählt Nestlé zu seinen Kunden.

Eine Aufmunterung in harten Zeiten für Rychiger-Chef Axel Förster.

Eine Aufmunterung in harten Zeiten für Rychiger-Chef Axel Förster.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Mischa Stünzi

Am Ende triumphierte Kaffee über Schokolade, Rychiger über Camille Bloch. So geht der diesjährige Unternehmenspreis des Swiss Venture Club (SVC) nach Steffisburg. Die 1918 dort gegründete Rychiger AG gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Verpackungsmaschinen. So werden etwa Nespresso-Kapseln von Rychiger-Maschinen mit Kaffee gefüllt. Er sei froh, dass aus dem anfänglichen Rohrkrepierer Nespresso ein erfolgreiches Produkt geworden und sein Unternehmen Teil des Hypes sei, sagte Geschäftsführer und Mitinhaber Axel Förster.

Maschinen, die Lebensmittel in Kapseln verpacken, sind die Spezialität von Rychiger. Diese Fokussierung sieht Förster als Chance und Herausforderung zugleich. Auf der einen Seite würden immer mehr Nahrungsmittel so verpackt. Er habe schon von Burritos und Tacos aus Kapseln gehört. Andererseits konsolidiere sich zurzeit der Kapselmarkt. «Wir müssen uns deshalb neu positionieren», sagte Förster. Bei einem Exportanteil von 90 Prozent nicht seine einzige Sorge. Es sei keine einfache Zeit, meinte er mit Blick auf den starken Franken.

Das «Rychiger-Virus»

Jurymitglied Urs Gauch lobte Rychigers Bereitschaft, in Innovation zu investieren, und den speziellen Geist, der unter den rund 200 Mitarbeitern herrsche. Förster, der die Firma zusammen mit anderen Kadermitgliedern vor einigen Jahren übernommen hat, erklärt sich das «Rychiger-Virus» unter anderem mit einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Schon während des Studiums habe er Unternehmer werden wollen. Und schon da sei ihm klar gewesen, dass er die Angestellten am Unternehmenserfolg teilhaben lassen wolle, sagte Förster.

Das Nachsehen hatte Camille Bloch. Die Schokoladefabrik aus dem Berner Jura wurde für ihr Traditionsbewusstsein gelobt. Seitdem der Firmensitz kurz nach der Gründung – im Rahmen einer Produktionserweiterung – von Bern nach Courtelary verlegt wurde, ist man dem Standort treu. Auch wenn Daniel Bloch, der das Unternehmen in dritter Generation führt, zugab, dass er als Stadtberner davon anfangs wenig begeistert war. Vorbildlich gehe Camille Bloch auch mit den beiden Marken Ragusa und Torino um, sagte Jurypräsident Walter Steinlin. Die Produkte würden sanft weiterentwickelt, ohne mit Bewährtem zu brechen.

Auf Rang drei landete Bangerter Microtechnik aus Aarberg. Das Unternehmen ging 1969 aus der Uhrenindustrie hervor. Es beschäftigt heute 120 Mitarbeiter und stellt aus extrem harten Materialien Präzisionsteile her – vor allem für die Medizinaltechnik und die Uhrenindustrie. Die Brüder Marc und Daniel Bangerter, Söhne der ehemaligen FDP-Nationalrätin Käthi Bangerter, führen das Familienunternehmen in zweiter Generation.

Das Podest verpasst haben die Möbelherstellerin Bigla aus Biglen, Enotrac, ein Ingenieurbüro aus Thun mit Fokus auf Bahntechnologie, und Extramet aus Plaffeien, die spezielle Hartmetalle herstellt.

Der Bund

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