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Novartis' Zögern sorgt für Kursverluste

Alcon, die Augenheil-Sparte des Basler Pharmakonzerns, wird möglicherweise ein eigenständiges Unternehmen. Novartis hat den definitiven Entscheid aber vertagt.

Strategische Überprüfung der Geschäftseinheit Alcon: Novartis-Logo am Sitz in Basel
Strategische Überprüfung der Geschäftseinheit Alcon: Novartis-Logo am Sitz in Basel
Georgios Kefalas, Keystone

Nach Publikation der Zahlen fürs dritte Quartal und dem angekündigten Aufschub des Entscheids über die Zukunft von Alcon verzeichnen die Novartis-Aktien im frühen Handel herbe Verluste.

Der Kursrückgang dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführen sein, dass die Anleger ein mögliche Abspaltung von Alcon früher erwartet hatten als den nun kommunizierten frühsten Termin im ersten Halbjahr 2019.

Um 10.40 Uhr notierten die Novartis-Aktien mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 83,85 Franken. In den Handel gestartet sind die Aktien noch mit einem Minus von knapp 0,3 Prozent, die Verluste haben sich aber bereits in den ersten Handelsminuten ausgeweitet.

Allerdings hatten die Papiere erst am gestrigen Montag bei 85,40 Franken ein neues Jahreshoch markiert. Unter den wichtigsten Aktien sind die Novartis-Papiere am Donnerstag die grossen Verlierer. Dies wirkt sich auch auf den Leitindex SMI aus, der um rund 0,3 Prozent im Minus notiert.

Positive Zahlen

Analystenkommentare heben derweil durchs Band weg die positiven Zahlen insbesondere bei den Divisionen Alcon und Sandoz hervor. Diese führten dazu, das Novartis die die durchschnittlichen Schätzungen der von AWP befragten Analysten sowohl überwiegend leicht übertreffen konnte.

Nicht ganz einig waren sich die Analysten bezüglich Alcon: So hoben beispielsweise die Analysten von Vontobel die lange Dauer bis zur endgültigen Entscheidung hervor. Die Experten von Liberum dagegen hielten unmissverständlich fest, dass sie eine Enttäuschung darüber, dass Novartis die mögliche Abspaltung bis mindestens ins erste Halbjahr 2019 hinausschiebt, für falsch halten. Der Entscheid von Novartis sei im Kontext der starken Zeichen der Erholung vernünftig, heisst es in ihrem Kommentar.

Auslagerung scheint endgültig

Dass Novartis die Augenheilsparte auslagern wird, scheint die Analystengemeinde nach den jüngsten Äusserung der Konzernführung dagegen als endgültig anzuschauen. «Die Abspaltung von Alcon scheint besiegelt zu sein», schreiben etwa die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Sie halten gleichzeitig aber auch fest, dass deren Umsetzung spät erfolge, insgesamt aber vom Markt eigentlich begrüsste werden dürfte. Bei Baader Helvea dagegen wird das Vorgehen von Novartis explizit gutgeheissen: Ein Ausweis von kontinuierlichem Wachstum sei notwendig, um das Interesse des Kapitalmarktes auf Alcon zu ziehen.

Als weiteren Grund für den Kursrückgang nach Bekanntgabe der Quartals-Zahlen nannten Analysten auch die Senkung der Umsatzaussichten mit Generika in den USA. Ebenfalls für Enttäuschung gesorgt haben dürfte zudem die Umsatzentwicklung mit den Wirkstoffen Entresto und Gilenya. Insbesondere bei Entresto hatten gewisse Investoren offenbar auf eine Absatzbelebung gehofft, die sich nun so nicht eingestellt hat.

(SDA)

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