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Nikkei fällt auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren

Der japanische Leitindex fiel zeitweise um 6 Prozent. Japans Regierung plant Krisenmassnahmen, die G7-Staaten wollen den Yen stabilisieren.

Kam von einer Krisensitzung mit dem Premier: Der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa drückt heute Morgen seine Sorgen über die Finanzmärkte aus.
Kam von einer Krisensitzung mit dem Premier: Der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa drückt heute Morgen seine Sorgen über die Finanzmärkte aus.
Keystone

Wachsende Sorgen über einen hohen Kapitalbedarf japanischer Banken haben die Börse in Tokio am Montag tief ins Minus gedrückt. Nach einem positiven Auftakt vollzog der Nikkei-Index eine Kehrtwende und gab zeitweise mehr als sechs Prozent nach.

Er notierte mit 7156 Punkten so schwach wie seit 26 Jahren nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index weitete seine Verluste auf zeitweise mehr als sieben Prozent auf 749 Zähler aus.

Teurer Yen verschlechtert Exportlage

Neben der Finanzkrise lasteten auch schwindende Wachstumsaussichten grosser Export-Konzerne wie Canon auf dem Markt. Da der japanische Yen sich gegenüber dem Dollar verteuerte, rechneten die Händler mit schlechten Geschäften der Börsenschwergewichte. Canon-Anteile verbilligten sich um knapp sieben Prozent.

Die Aktien grosser japanischer Banken verloren bis zu 15 Prozent. Anleger fürchteten, dass die Institute Milliarden Dollar brauchen, um die Folgen der Krise abzufedern.

Krisensitzung von Japans Regierung

Der japanische Finanzminister Shoichi Nakagawa sagte derweil heute Morgen, die Wirtschaft leide unter den fallenden Aktienkursen. Nakagawa kam direkt von einer Krisensitzung mit dem Premierminister Taro Aso.

Die Regierung arbeite mit Hochdruck an Massnahmen zur Stabilisierung des Marktes, so Nakagawa. Erst am Wochenende hatte sie eine Finanzspritze über 124 Milliarden Franken beschlossen.

G7 zeigen sich «besorgt»

Der Finanzminister verlas ausserdem eine gemeinsame Erklärung der G-7-Staaten. Die Staaten seien «besorgt über die jüngsten übertriebenen Schwankungen im Yen-Kurs und ihrer denkbaren negativen Folgen für die Stabilität von Wirtschaft und Finanzen». Man plane eine «angemessene Zusammenarbeit» auf den Finanzmärkten. Was dies konkret bedeutet, wurde noch nicht erläutert, möglich sind vor allem Massnahmen zur Stabilisierung des Yen. Der Yen hatte zuletzt deutlich gegenüber dem Euro und dem Dollar zugelegt.

Südkorea senkt Leitzins

Die südkoreanische Zentralbank hat derweil heute den Leitzins überraschend um 75 Basispunkte auf 4,25 Prozent gesenkt. Die deutliche Senkung von zuvor 5 Prozent wurde auf einer ausserordentlichen Sitzung getroffen. Damit wurde der Leitzins innerhalb eines Monats bereits zum zweiten Mal gesenkt. Die Zentralbank will die unter der weltweiten Finanzmarktkrise leidende Wirtschaft ankurbeln. Die Börse in Seoul machte nach der Ankündigung frühe Verluste wett und drehte 2,9 Prozent ins Plus.

ap/sda/oku

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