Neues SBB-Tool sorgt für zusätzliche Ausfälle

Einen «sehr anspruchsvollen Monat» haben die Bundesbahnen zu bewältigen. Mitverantwortlich ist eine neue Einsatzplanung.

Ein Lokführer hatte die Passagiere in Beinwil am See AG zum Aussteigen gezwungen, weil er die maximal zulässige Arbeitszeit erreicht hatte: Ein Zug der Seetalbahn im Bahnhof Beinwil am See. (Symbolbild, Keystone/Sigi Tischler)

Ein Lokführer hatte die Passagiere in Beinwil am See AG zum Aussteigen gezwungen, weil er die maximal zulässige Arbeitszeit erreicht hatte: Ein Zug der Seetalbahn im Bahnhof Beinwil am See. (Symbolbild, Keystone/Sigi Tischler)

Die SBB organisiert den Einsatz ihres Zugpersonals seit Kurzem mit einem neuen Planungstool, das noch Nachbesserungen benötigt. Das Vorgänger-System war nach 16 Jahren in Gebrauch am Ende seiner Lebensdauer.

Die «Neue Zürcher Zeitung» berichtete am Freitag über Zugausfälle und Verspätungen in den letzten Tagen und Wochen. Mehrfach sei als Grund «fehlendes Personal» angegeben worden. Bei Umdispositionen von Rollmaterial sei nicht immer klar, welchem Lokomotivführer welcher Dienst zugeteilt ist.

SBB-Sprecher Christian Ginsig bestätigte den Bericht und verwies zum einen auf die zurzeit schwierige Betriebssituation mit «sehr vielen Störungen».

«Sehr anspruchsvoller Monat»

Zusätzlich zum durch Unterbrüche und Baustellen erschwerten Betrieb sei das neue Planungstool SOPRE eingeführt worden, mit dem «täglich rund 20'000 Personalleistungen auf ein paar tausend Personenzüge» geplant würden, wie Ginsig festhält. Insbesondere im Störungsfall müsse die Performance des neuen Systems noch verbessert werden.

«Rund 90 Prozent der Systemanfragen über SOPRE laufen normal», hielt Ginsig fest. Die Mitarbeitenden müssten das System und dessen Funktionen gut kennenlernen können. «Wegen der noch nicht befriedigenden Performance ist das zurzeit schwierig.»

Ginsig sprach von einem «sehr anspruchsvollen Monat». Sehr viele Störungen, eine Grossstörung im Bahnhof Luzern, ein Unterbruch zwischen Lausanne und Genf, viele Baustellen und auch Personenunfälle hätten den Betrieb der SBB erschwert. Dies sei auch der Grund mehrerer Zugausfälle im November.

rub/sda

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