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Neues Demenzzentrum öffnet in Bern - Wissenszentrum inklusive

Im Berner Schönberg-Quartier hat am Mittwoch das Zentrum Schönberg seine Tore geöffnet, eine Einrichtung zur Pflege von dementen Menschen und zur Begleitung von Menschen kurz vor dem Tod.

Die einstige Baustelle des nun eröffneten Pflegezentrums.
Die einstige Baustelle des nun eröffneten Pflegezentrums.
Franziska Scheidegger

Das Demenzzentrum will mehr sein als ein Pflegeheim. Die Spitex Bern und die Stiftung tilia, welche das Zentrum betreiben, wollen dort einerseits in 166 Betten demente und todkranke Menschen pflegen. Anderseits soll diese praktische Arbeit in einem «Wissenszentrum» weiter erforscht werden, wie die Verantwortlichen am Mittwoch vor Ort den Medien bekanntgaben.

Mit dieser Kombination von ganz praktischer Pflege und Forschung streben die Betreiberinnen eine nationale Führungsrolle an. Sie sprechen vom «ersten nationalen Kompetenzzentrum für Demenz und Palliative Care». Gemeint sei damit, so Zentrums-Geschäftsleiter Luca Lo Fraso, dass sich das Wissenszentrum landesweit vernetzen solle. Es will deshalb mit anderen Forschungsstätten Kontakte aufnehmen. Solche gibt es bereits zur Berner Fachhochschule und zu den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) Bern.

Eine Anschubfinanzierung der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) und der Burgergemeinde Bern erlauben diese Forschungstätigkeit. Die GEF leistet einen sechsstelligen Betrag, die Burgergemeinde reduziert in gleicher Höhe den Baurechtszins für das Land, auf dem sich das Zentrum befindet. Die GEF habe dem neuen Zentrum auch den Auftrag erteilt, die Erkenntnisse des Wissenszentrums weiterzuverbreiten, sagte Lo Faso weiter. Dementsprechend will das Zentrum auch Aus- und Weiterbildungskurse anbieten.

Geht zurück auf Verein Region Bern

Das Zentrum Schönberg befindet sich in einem 250 Meter langen Neubau entlang der Autobahn A6 in unmittelbarer Nähe des Zentrums Paul Klee. Es besetzt drei Viertel dieses Neubaus. 70 Millionen Franken hat die Bernische Pensionkasse als Investorin für den Bau des Gebäudes aufgeworfen.

Das Zentrum geht zurück auf Denkarbeit des ehemaligen Vereins Region Bern. Dieser Verein, der heute in der Regionalkonferenz Bern Mittelland aufgegangen ist, liess 2002 ein Konzept für ein regionales Demenzzentrum ausarbeiten. Schon 2007 war auch die Rede von begleitender Forschung und Ausbildung.

2009 wurde das Baugesuch für das Zentrum eingereicht, vor zwei Jahren erfolgte der erste Spatenstich. Zuerst wollte noch das Berner Diakonissenhaus zusammen mit der Spitex Bern das Zentrum aufbauen, doch ist nun also die Stiftung tilia an Stelle der Diakonissen getreten. Die Stiftung tilia nutzt nun das neue Gebäude in den nächsten Jahren als Ersatz für ihr Pflegeheim in Köniz, das in den nächsten Jahren saniert wird. 120 der 166 Betten werden von derzeit noch in Köniz betreuten Seniorinnen und Senioren belegt.

Fortschritte auch in Wiedlisbach

Nationale Ambitionen auf dem Gebiet der Betreuung von dementen Menschen hegen auch die dahlia Oberaargau AG und die Genossenschaft Pflegeheim Wiedlisbach. Sie wollen auf dem Areal des genannten Pflegeheims ein Dorf für Menschen mit Alzheimer aufbauen, wie seit 2011 bekannt ist. Dies nach einem holländischen Vorbild. Alzheimer gilt als eine Form von Demenz.

Urs Lüthi vom Verwaltungsrat der dahlia Oberaargau AG sagte am Mittwoch auf Anfrage, noch dieses Jahr werde in Wiedlisbach eine Pilotwohngruppe starten. In etwa vier Jahren sei das Areal bezugsbereit. Es gelte noch, das holländische Modell an Schweizer Verhältnisse anzupassen. Auch dahlia arbeitet mit der Fachhochschule Bern zusammen.

SDA/bwg

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