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Neue deutsche Grossbank - 9000 Stellen weg

Mega-Deal in Deutschland: Der Versicherungsriese Allianz verkauft seine Tochter Dresdner Bank an die Commerzbank.

Die Commerzbank übernimmt für 9,8 Milliarden Euro in zwei Schritten die angeschlagene Dresdner Bank. Dies ist die grösste Fusion in der deutschen Finanzbranche seit sieben Jahren.

Nach monatelangen Fusionsverhandlungen gaben die Aufsichtsräte der Commerzbank und der Dresdner-Bank-Mutter Allianz in ausserordentlichen Sitzungen grünes Licht, wie die beiden DAX-Konzerne am Abend mitteilten.

Damit entstehe «die führende Privat- und Firmenkundenbank in Deutschland», hiess es in einer Mitteilung der Allianz. Die Commerzbank übernimmt zunächst 60,2 Prozent der Konkurrentin Dresdner Bank und will den Rest in einem zweiten Schritt erwerben. Abgeschlossen sein soll die Transaktion spätestens Ende 2009.

Die Allianz wird mit knapp 30 Prozent grösster Aktionär der neuen Commerzbank. Zudem erwirbt der Versicherungsriese die Commerzbank- Fondstochter Cominvest. Die Dresdner-Tochter Oldenburgische Landesbank bleibt in der Allianz-Gruppe.

Folge der Finanzmarktkrise

Vereinbart wurde ein Schirm für Risikopapiere, zu dem die Allianz 975 Millionen Euro sowie die Commerzbank 275 Millionen Euro beisteuert. Die Dresdner Bank war infolge der seit Sommer 2007 andauernden Finanzmarktkrise tief in die Verlustzone gerutscht, nach letzten Zahlen türmten sich knapp drei Milliarden Euro Belastungen auf.

Vor allem die Investmentbanking Sparte Dresdner Kleinwort geriet in Bedrängnis. Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für rund 23 Milliarden Euro übernommen und teuer saniert.

«Aus der Integration der beiden Häuser ergibt sich ein Effizienzsteigerungs-und Synergiepotenzial, das für die Aktionäre des neuen Instituts die Chance auf erhebliche Wertsteigerungen eröffnet», erklärte die Allianz.

9000 Stellen werden gestrichen

Kommt es zur Fusion, werden gemäss einer Mitteilung der Commerzbank 9000 Vollzeitstellen abgebaut; 2500 Stellen davon sollen im Ausland wegfallen. Derzeit haben beide Banken laut Commerzbank zusammen knapp 67'000 Mitarbeiter, davon in Deutschland gut 52'500.

Auch bei den Filialen soll der Rotstift angesetzt werden: Insgesamt kommen beide Häuser auf knapp 1900 Filialen. 700 sollen davon geschlossen werden.

Das neue Institut aus Commerzbank und Dresdner Bank ist mit einer Bilanzsumme von knapp 1,1 Billionen Euro deutliche Nummer Zwei in der deutschen Bankenbranche hinter der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von fast 2 Billionen Euro. Zusammen haben die beiden Institute in Deutschland nach letzten Angaben 12,3 Millionen Kunden.

Chinesen hatten das Nachsehen

Ausser der Commerzbank war zuletzt auch die China Development Bank (CDB) als Käufer der Dresdner Bank gehandelt worden. Im Allianz-Vorstand gab es nach Informationen aus Finanzkreisen durchaus Stimmen dafür. Auch Arbeitnehmervertreter hatten sich für eine ausländische Lösung ausgesprochen, weil dabei vermutlich weniger Jobs weggefallen wären.

Allerdings gab es nach Informationen aus Finanzkreisen gegen die China-Variante Widerstand aus der Politik und unter den Kunden. Zeitweise war auch über ein Dreierbündnis aus Commerzbank, Dresdner und Postbank spekuliert worden.

ap/sda/vin

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