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Neue Commerzbank: Deutlich grösser als die CS

Commerzbank und Dresdner Bank fusionieren, Deutschland bekommt eine neue Riesenbank. Was geht das die Schweizer Grossbanken an?

Die Meldung macht besonders Deutschlands Politikern Freude: Der Münchner Allianz-Konzern, so wurde gestern Abend bekannt, verkauft seine unrentable Tochter Dresdner Bank für 15 Milliarden Franken an die Commerzbank. Prompt war die Rede von einer neuen «Superbank», «Megabank» oder einprägsamer auch von einer zweiten «Deutschen Bank». Finanzminister Peer Steinbrück freute sich: «Das ist gut für den Finanzplatz Deutschland».

Was die Schweiz längst hatte

Tatsächlich wird der Zusammenschluss von Dresdner und Commerzbank zum Meilenstein: Europas grösste Wirtschaftsmacht bekommt ein zweites Geldinstitut, das mitspielen kann unter den Grossen der Finanzwelt. Denn im Bankgeschäft hinkt der Exportchampion traditionell hinterher: England, Frankreich, die USA, Japan oder auch Holland haben mindestens drei bis vier Institute unter den grössten Banken der Welt, und auch die Schweiz ist mit UBS und Credit Suisse bei den Schwergewichten dabei. Deutschland hingegen konnte bislang lediglich die Deutsche Bank unter die top fiftyplatzieren.

Und das war ein doppeltes Problem: Die Deutsche Bank nämlich verstand sich unter Joe Ackermanns Führung zunehmend als globale Bank, sie orientierte sich immer mehr an der Wall Street und der Londoner City statt an der Wirtschaftslage in Rüsselsheim. Die neue Doppelbank tickt da schon anders: Sie ist bodenständiger, mit rund 1800 Filialen sehr detailliert in Deutschland verwurzelt und besonders stark im Geschäft mit einheimischen Klein- und Mittelunternehmen sowie Kleinkunden.

Die wichtigsten Konkurrenten sprechen englisch

Gerade hier liegt der Grund, weshalb diese Fusion die Schweizer Grossbanken nur am Rande betrifft: Die haben ihre Stärken in anderen Feldern - in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking. Letzteres aber ist für die neue Deutsch-Bank traditionell eher Problemfeld, die Banker des alten Investmentarms Dresdner Kleinwort haben zuletzt ein grosses Verlustleck verursacht; hier wird es nach der Fusion zu massiven Stellenkürzungen kommen. Andrerseits geht ein Teil des Vermögensverwaltungs-Geschäfts der Commerzbank im Rahmen des Deals an die Allianz.

Und so nähert sich Deutschlands neue Doppelbank, gemessen an der Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl, zwar der UBS an. Sie wird auch deutlich grösser als die Credit Suisse. Für die traditionell globaleren Schweizer Grossbanken ändert sich das Konkurrenzumfeld dennoch wenig. Ihre Hauptkonkurrenten tragen weiterhin Namen wie Citi, Morgan Stanley, HSBC, Barclays, Paribas - oder eben Deutsche Bank.

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