Mr. Hörgerät zieht sich zurück

Andy Rihs hat Phonak – heute Sonova – zum Milliardenkonzern aufgebaut. Nun gibt er sein letztes Mandat ab.

Ist bald nur noch Aktionär: Andy Rihs.

Ist bald nur noch Aktionär: Andy Rihs.

(Bild: Keystone)

Andy Rihs, langjähriges Mitglied des Verwaltungsrats, hat angekündigt, dass er sich an der Generalversammlung 2015 aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl stellt. Das schreibt Sonova in einem Communiqué.

Er ist einer der Unternehmensgründer und ein Pionier der Hörgerätebranche. Andy Rihs stiess 1966 zu Phonak. Er führte die Gruppe als CEO bis April 2000 und dann interimistisch im Jahr 2002. Unter seiner Führung expandierte die Gesellschaft kontinuierlich und erlangte eine starke Position im Weltmarkt.

«Andys Branchenkenntnisse und sein hohes Engagement für Innovation prägen heute noch den Geist von Sonova. Im Mittelpunkt seines Denkens steht immer der Mensch, und seine Devise «ohni Lüt gaht nüt» bildet letztlich den Kern unserer offenen und integrativen Unternehmenskultur. Wir danken ihm von Herzen für seinen herausragenden Beitrag zum Erfolg von Sonova und wünschen ihm für seine weiteren unternehmerischen Projekte viel Erfolg», lässt Robert Spoerry, Präsident des Verwaltungsrates der Sonova, verlauten.

Erstmals über zwei Milliarden Franken Umsatz

Ebenfalls heute informierte der Konzern über das Geschäftsjahr 2014/15. Erstmals steigerte Sonova den Umsatz auf über 2 Milliarden Franken. Der Umsatz erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 2,035 Milliarden Franken. Der Reingewinn stieg gar um 6,0 Prozent auf 368 Millionen Franken.

Sonova bezeichnet das Wachstum als «solide», obwohl der Hörgerätehersteller im Vorjahr mit 8,7 Prozent schneller gewachsen war. Umsatz und Betriebsgewinn (Ebita) hätten unter Wechselkursschwankungen, insbesondere unter der starken Aufwertung des Frankens gelitten, teilte Sonova am Dienstag mit. In Lokalwährungen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent.

Sechs Millionen für Job-Verlagerungen

Für die Verlagerung von rund 100 Stellen in der Hörgerätemontage aus der Schweiz nach Grossbritannien und China stellte das Unternehmen 6,0 Millionen Franken zurück. Unter dem Strich verdiente Sonova 368 Millionen Franken, das sind 6,0 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.

Das Umsatzwachstum wurde von den Verkäufen der Hörgeräte angetrieben. In der gemessen am Umsatz stärksten Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika legte der Umsatz um 15,1 Prozent zu. Das Wachstum des Geschäfts mit den sogenannten Cochlea-Implantaten, Hörprothesen für Gehörlose mit funktionierendem Hörnerv, erfüllte die Erwartungen der Geschäftsleitung laut der Mitteilung jedoch nicht ganz. Der Umsatz verharrte bei 194 Millionen Franken.

Insgesamt zeigte sich Sonova zufrieden. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer um 8 Prozent erhöhten Dividende von 2.05 Franken je Aktie vor. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Sonova ein Umsatzwachstum von 7 bis 9 Prozent und eine Ebita-Steigerung von 9 bis 13 Prozent in Lokalwährungen.

sda

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