Morgen wird bei der Lufthansa schon wieder gestreikt

Die deutsche Fluggesellschaft und die Pilotenvereinigung Cockpit kommen bei ihrem Tarifstreit nicht weiter. Lufthansa hofft, trotz des Streiks 70 Prozent des Flugprogramms durchführen zu können.

Kurz- und Mittelstreckenflüge sind vor allem vom Streik betroffen: Anzeige mit Lufthansa-Logo. (Archivbild)

Kurz- und Mittelstreckenflüge sind vor allem vom Streik betroffen: Anzeige mit Lufthansa-Logo. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Im Tarifstreit mit der Lufthansa hat die Pilotenvereinigung Cockpit für Mittwoch erneut einen Streik angekündigt. Der 24-stündige Ausstand betreffe die Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, teilte Cockpit in Frankfurt am Main mit. Der Fluggesellschaft zufolge sind auch Germanwings-Flüge betroffen. Das Unternehmen kritisierte den Streikaufruf als unverhältnismässig. Dennoch würden am Mittwoch «voraussichtlich über 70 Prozent des Flugprogramms» absolviert.

Von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr würden deutschlandweit die Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa bestreikt, hiess es in der Mitteilung von Cockpit. Flüge der Lufthansa-Tochterunternehmen Germanwings und Eurowings seien von den Arbeitsniederlegungen nicht betroffen.

Sonderflugplan

In der Lufthansa-Mitteilung hiess es hingegen, auch Kurz- und Mittelstreckenflüge von Germanwings seien betroffen. Dies wurde mit unterschiedlichen Tarifverträgen innerhalb des Tochterunternehmens begründet. Die Lufthansa werde «trotz dieses Streiks einen Grossteil ihrer täglich rund 3000 Flüge durchführen und den meisten Passagieren Alternativen durch Umbuchungen auf andere Flüge bieten», kündigte der Konzern an. Ein Sonderflugplan werde am Dienstag auf der Lufthansa-Website veröffentlicht.

Zwischen dem Lufthansa-Konzern und Cockpit schwelt seit Monaten ein Tarifkonflikt, in dem die Piloten bereits mehrfach streikten. Ein Knackpunkt ist die Altersversorgung der Piloten. Das Unternehmen will die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, mit der Lufthansa-Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen und bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer Bezüge erhalten können. Künftige Piloten sollen überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten.

Lufthansa lasse «keinen Einigungswillen erkennen»

Zur Begründung des Streikaufrufs verwies Cockpit darauf, dass Mitte vergangener Woche bei den Verhandlungen der Tarifparteien zum Thema Übergangsversorgung keine Fortschritte erzielt worden seien. Das Lufthansa-Management habe auf seiner Position einer deutlichen Verschlechterung für junge Piloten bis hin zur Abschaffung der Übergangsversorgung beharrt. Dabei habe Cockpit der Lufthansa mehrfach angeboten, die tarifpolitische Verantwortung für die Kosten in der Übergangsversorgung zu übernehmen, erklärte die Cockpit-Vorsitzende für Tarifpolitik, Ilona Ritter.

Die Fluggesellschaft lasse «keinen ernsthaften Einigungswillen erkennen», kritisierte Ritter. «Mit ‹Basta-Ansagen› über die Öffentlichkeit löst man keine Tarifkonflikte», kritisierte die Gewerkschaftsvertreterin.

«Keine Verhältnismässigkeit»

Die Lufthansa kritisierte, der erneute Streik entbehre «einmal mehr jeglicher Verhältnismässigkeit» und treffe in erster Linie die Kunden. Da für Dienstag eigentlich weitere Verhandlungen mit Cockpit angesetzt gewesen seien, sei die Streikankündigung umso unverständlicher.

Lufthansa hatte zuletzt nach eigenen Angaben angeboten, dass Mitarbeiter von Lufthansa Passage, die bereits vor dem 1. Januar 2014 im Unternehmen beschäftigt waren, wie bisher frühestens mit 55 Jahren in die Übergangsversorgung wechseln können. Damit sei das Unternehmen einer «der zentralen Forderungen» von Cockpit nachgekommen, erklärte die Fluggesellschaft. Lediglich das zu erreichende durchschnittliche Alter bei einem Ausscheiden solle stufenweise von heute 58 auf 61 Jahre angehoben werden.

chk/AFP

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