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Moody's stuft zwölf britische Banken herab

Die Ratingagentur befürchtet, dass die britische Regierung kleinere Finanzinstitute nicht retten würde. Aber auch in grössere Banken hat Moody's offenbar kein Vertrauen mehr.

Es läuft nicht rund: Financial District in London.
Es läuft nicht rund: Financial District in London.
AFP

Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität von zwölf britischen Banken herabgestuft. Als Grund wurden Zweifel daran genannt, in welchem Umfang die Regierung diese Banken unterstützen würde. «Die Herabstufung spiegelt keine Verschlechterung in der Finanzkraft des Bankensystems oder der Regierung wider», teilte Moody's mit.

Um zwei Stufen auf ein Rating von A2 herabgesetzt wurde die Bonität der von der Regierung kontrollierten Royal Bank of Scotland (RBS) und der Nationwide Building Society, die für Lloyds TSB Bank und das Grossbritannien-Geschäft der spanischen Bank Santander um eine auf A1. Die Ratings der Grossbanken Barclays PLC und HSBC PLC blieben unverändert.

RBS ist enttäuscht

Moody's erklärte zwar werde die britische Regierung vermutlich systemisch wichtigen Finanzinstituten weiterhin eine gewisse Unterstützung gewähren, sie werde es aber möglicherweise zulassen, dass kleinere Institute zusammenbrechen.

Die herabgestufte RBS erklärte, sie sei enttäuscht, dass «Moody's den Fortschritt, den wir bei der Stärkung des Kreditprofils der Bank gemacht haben, nicht anerkannt hat». Laut einem Bericht der «Financial Times» vom Freitag sei die Regierung aber weiterhin besorgt, die zu 83 Prozent in staatlichem Besitz befindliche RBS könnte weitere Unterstützung brauchen.

S&P wertet Grossbank Dexia ab

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die angeschlagene französisch-belgische Grossbank Dexia um eine Stufe abgewertet. Die langfristige Bonität von Dexia setzte S&P von A auf A- herab, die kurzfristige Bonität von A-1 auf A-2. Weiter ging die Ratingagentur nicht, die die Unterstützung der Regierungen Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs als Pluspunkt für die Bank wertet.

Die Kapitalausstattung der Bank bezeichnete S&P in einer Mitteilung als «angemessen». Dexia war durch Liquiditätsprobleme in den vergangenen Tagen ins Schlingern geraten. Die Regierungen Frankreichs und Belgiens bereiten eine Aufspaltung vor. Brüssel steuert laut Zeitungsberichten eine Verstaatlichung des belgischen Teils an.

Auf französischer Seite könnten die beiden staatlichen Banken Caisse des dépôts (CDC) und Postbank die Kredite über 70 Milliarden Euro übernehmen, die Dexia den Gemeinden gewährte. Für den luxemburgischen Zweig ist ein internationaler Investor zur Übernahme bereit. Faule Wertpapiere über 95 Milliarden Euro sollen in eine sogenannte Bad Bank ausgelagert werden.

Moody's stuft neun portugiesische Banken herab

Die Ratingagentur Moody's hat auch die Bonität von neun portugiesischen Banken herabgestuft. Grund für den Schritt seien deren Belastung durch die hohe Staatsverschuldung des Landes und trübe Konjunkturprognosen, teilte Moody's mit. Herabgestuft wurden die staatlich kontrollierten Caixa Geral de Depositos, die Banco Comercial Portugues, der Banco Espirito Santo, Banco BPI, Banco Santander Totta, die Caixa Economica Montepio Geral, die Banco Internacional do Funchal, Banco Portugues de Negocios sowie die Espirito Santo Financial Group. Lediglich der Ausblick der Banco Portugues de Nogocios falle positiv aus, hiess es.

sda/AFP/dapd/miw

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