Mit einer Hightech-Fabrik in die Offensive gegen Rolex

Omega hat in Biel ihre neue Fabrik in Betrieb genommen – sie ist aus Holz gebaut.

Neue Transparenz: Es ist die erste Uhrenfabrik der Swatch-Gruppe, die man besichtigen kann.

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«Es ist alles Schweizer Holz!», ruft Nick Hayek zum Schluss der Eröffnungszeremonie noch ins Publikum. Der Konzernchef der Swatch-Gruppe ist stolz auf die neue Fabrik der Marke Omega in der Stadt Biel. Nebenan wird noch gebaut: Am Hauptsitz der Marke Swatch, der die Form einer riesigen Schlange erhält, an den Museen der beiden Uhrenmarken und am gemeinsamen Konferenzzentrum. Laut dem japanischen Stararchitekten Shigeru Ban wird der gesamte Komplex die grösste Holzkonstruktion der Welt sein.

Die Uhrwerke von Omega werden weiterhin in einer eigenen Fabrik im bernjurassischen Villeret hergestellt. Alle weiteren Arbeitsschritte finden nun aber unter einem Dach in Biel statt – auf dem Areal, auf dem Omega vor 135 Jahren ein Werk eröffnete. Rund 300 Uhrmacherinnen und Uhrmacher sind im Neubau tätig. In den Reinräumen gleiten die Uhren auf Fliessbändern an die Arbeitsplätze. Papier wurde aus der Fabrik verbannt und durch Tablet-Computer ersetzt.

Schaukäserei für Luxusuhren

Das ganze Gebäude ist so geplant, dass Besuchergruppen durchgeschleust werden können, ohne dass die eigentlichen Produktionsräume betreten werden müssen. Das ist ein Paradigmenwechsel in der ansonsten sehr verschwiegenen Schweizer Uhrenindustrie. Bisher durften die Fabriken der Swatch-Gruppe nur mit Sonderbewilligung von Nick Hayek persönlich besichtigt werden. Das neue Omega-Haus wird hingegen – auf Voranmeldung – für interessierte Gruppen geöffnet.

Der bei den Schaukäsereien und den Erlebniswelten der Schokoladenfabriken eingeläutete Trend erreicht also auch die Uhrenwelt. Die Betriebsführung ist schliesslich auch ein nützliches Marketinginstrument – besonders für die Omega, das wertvollste Pferd im Stall der Swatch-Gruppe. Die Uhrenmarke ist mit einem geschätzten Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Franken die zweitstärkste aller Schweizer Uhrenmarken.

Auf Platz 1 sitzt seit Menschengedenken der grosse Konkurrent: Rolex. Obwohl die Genfer Luxusuhrenmarke mehr als doppelt so viel umsetzt, hat Omega-Chef Raynald Aeschlimann ein Ziel: «Wir wollen Rolex als Nummer eins ablösen», sagte er der «SonntagsZeitung». Dafür werden noch einige Anstrengungen nötig sein. Seit einigen Jahren ist zwischen den beiden Marken ein Fernduell um die präziseste mechanische Uhr im Gang. Aeschlimann räumte letztes Jahr gegenüber der «Handelszeitung» ein: «Vor 20 Jahren hatten wir keine guten Produkte, das muss man offen und ehrlich zugeben.» Aber heute sei Omega «spitze». Der als Berufsoptimist bekannte Nick Hayek sagte beim Eröffnungsakt, dass die Kapazität der Omega-Fabrik die grosse Herausforderung sei: «Die Nachfrage wird jede Woche grösser!»

Einen treuen Omega-Kunden hatte Hayek an seiner Seite: Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, der bis zu seiner Wahl in den Bundesrat im Verwaltungsrat der Swatch-Gruppe sass: Er habe die letzten 20 Jahre nie eine andere Uhr als eine Omega getragen. (Der Bund)

Erstellt: 03.11.2017, 06:33 Uhr

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