Zum Hauptinhalt springen

Millionen für Zuckerbergs Sicherheit

Der Facebook-Chef wird immer häufiger angefeindet. Entsprechend hat der Konzern die Sicherheitsausgaben massiv erhöht.

Seine Sicherheit kostet Millionen: Mark Zuckerberg mit Bodyguards.
Seine Sicherheit kostet Millionen: Mark Zuckerberg mit Bodyguards.
Paul Zinken, Keystone

Russische Einmischung in den US-Wahlkampf, Fake News, Posts von Holocaust-Leugnern auf seinem Netzwerk: Facebook-Chef Mark Zuckerberg steht zunehmend unter Druck. Entsprechend steigen die Ausgaben für seine Sicherheit. Letztes Jahr gab Facebook 7,3 Millionen Dollar dafür aus. Jetzt hat der Konzern bekannt gegeben, weitere 10 Millionen Dollar pro Jahr aufzuwenden.

Das geht aus einem Bericht der Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Darin steht auch, dass dieser Zuschuss als Zusatz zum gesamten Sicherheitsprogramm von Zuckerberg gewährt würde – «zur Deckung der Kosten des Sicherheitspersonals für seinen Schutz, der Beschaffung, Installation und Wartung bestimmter erforderlicher Sicherheitsmassnahmen für seine Wohnungen und der Nutzung von Privatflugzeugen für Privatreisen».

Lohn von 1 Dollar

Im Bericht weist die Behörde auf die Wichtigkeit Zuckerbergs für die Firma hin sowie darauf, dass sich der Chef einen Lohn von nur einem Dollar pro Jahr auszahle und keinen Bonus verlange. Dies ist allerdings zu relativieren: Zuckerbergs Vermögen wird wegen seiner Beteiligungen an der Firma auf rund 68,6 Milliarden Dollar geschätzt. Auch Facebook rechtfertigte in seinem letzten Quartalsbericht die Kosten für die Sicherheit ihres CEOs: Diese seien angemessen und notwendig, wenn man Zuckerbergs Position und Bedeutung für das Unternehmen bedenke.

Die Ausgaben für Zuckerbergs Sicherheit sind dennoch enorm – und liegen höher als die Gehälter vieler CEOs von Grossunternehmen. Die Sicherheitsausgaben für andere Chefs globaler Giganten halten sich vergleichsweise im Rahmen: Amazon gibt rund 1,6 Millionen Dollar für die Sicherheit seines Chefs Jeff Bezos aus, Massnahmen, um Investorenlegende Warren Buffett zu schützen, kosten seine Investmentfirma Berkshire Hathaway nur 375'000 Dollar.

Hohe Sicherheitskosten für Reisen mit Privatjet

Auch die Kosten für die Sicherheit von Sheryl Sandberg, operative Chefin des Konzerns, sind deutlich geringer: Diese beliefen sich 2017 auf rund 2,7 Millionen Dollar. Allerdings gibt Facebook-Chef Zuckerberg auch mehr von seinem Leben preis, als andere Personen in seiner Position. Regelmässig teilt er auf seiner Facebookseite Fotos und Videos von seiner Familie.

Oder von Alltagssituationen:

Hinzu kommt, dass Zuckerberg es sich im letzten Jahr zur Mission machte, jeden Bundesstaat der USA zu besuchen. Das führte zu einem Anstieg der Sicherheitskosten um rund 50 Prozent. 2016 hatte Facebook noch rund 4,9 Millionen Dollar dafür ausgegeben, 2015 waren es 4,3 Millionen Dollar. Besonders die Kosten für Privatjets explodierten: 1,5 Millionen Dollar gingen im letzten Jahr dafür drauf, während es 2016 noch 870'000 Dollar waren.

Schnell über 10 Millionen

Ein Sicherheitsunternehmer relativiert denn auch: Die Sicherheit bei mehreren Wohnsitzen zu gewährleisten sowie bei Transport, Cybersecurity und auf Reisen, koste schnell mal über 10 Millionen Dollar, wenn man wie Zuckerberg eine Frau und Kinder habe, sagt Roderick Jones, Präsident der Sicherheitsberatungsfirma Concentric Advisors, zu Bloomberg.

Das zusätzliche Geld sei nützlich, sagt Paul Viollis, CEO der Sicherheitsfirma Viollis Group International dem Nachrichtenportal. Sicherheitsprogramme von Unternehmen beinhalteten in der Regel keinen Schutz für Mitglieder der unmittelbaren oder erweiterten Familie einer Person. Sie dürften auch nicht für mehrere Wohnungen in entlegenen Gebieten gelten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch