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Milliardenkredit für Schweizer Stahlkonzern

Der Stahlkonzern Schmolz & Bickenbach besorgt sich neues Geld. Zu den bisherigen Finanzierungszusagen von über 400 Millionen Franken kommt ein milliardenschwerer Kredit hinzu.

Kräftige Finanzspritze: Arbeiter von Schmolz und Bickenbach.
Kräftige Finanzspritze: Arbeiter von Schmolz und Bickenbach.
Keystone

Mit einer Kapitalerhöhung will das Unternehmen 297,22 Millionen Franken einnehmen. Zudem hat ein Bankenkonsortium neue Kredite über rund 1,1 Milliarden Franken zugesagt.

Diese ergänzten die bestehenden Finanzierungszusagen über rund 444 Millionen Franken, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Mit der Kapitalerhöhung sei die Finanzierung des Konzerns bis Ende 2012 gesichert. Der Emissionserlös soll zur teilweisen Rückzahlung von bestehenden Kreditverbindlichkeiten verwendet werden und die finanzielle Flexibilität des Unternehmens verbessern.

Mehr Anteil für Publikumsaktionäre

Die Kapitalerhöhung steht auch bestehenden Aktionären offen. Ein Bankensyndikat unter der Führung der Credit Suisse hat sich verpflichtet, sämtliche neuen Aktien zu zeichnen. Es wird erwartet, dass sich der Anteil der Publikumsaktionäre von derzeit rund 25 Prozent auf über 40 Prozent erhöhen wird.

Die definitiven Ausgabebedingungen (insbesondere der Bezugspreis, das Bezugsrechtsverhältnis sowie die Anzahl neuer Aktien), will der Verwaltungsrat am Tag vor der ausserordentlichen Generalversammlung vom 28. Oktober festlegen. Zur Debatte steht dabei auch eine vorherige Nennwertherabsetzung der Aktien.

Grossaktionäre ziehen mit

Die Schmolz & Bickenbach KG, welche indirekt 70,16 Prozent an Schmolz & Bickenbach hält, hat sich unter Vorbehalt einer positiven Stellungnahme der Übernahmekommission verpflichtet, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen.

Ferner beabsichtigt die Gebuka AG von Gerold Büttiker, ihre Bezugsrechte so auszuüben, dass sie auch nach der Kapitalerhöhung einen Anteil von 5 Prozent hält. Zudem gilt für Schmolz & Bickenbach KG und die Gebuka eine Verkaufssperre für alle ihre Aktien während 180 Tagen.

Schmolz & Bickenbach, mit Stahlwerken in Nordamerika, Deutschland und der Schweiz, hat stark unter der Wirtschaftskrise gelitten. Insbesondere die Nachfrage der Autoindustrie brach ein. 2009 halbierte sich der Konzernumsatz auf 2,05 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 276 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2010 gelang aber die Trendwende. Der Umsatz kletterte um 40 Prozent auf 1,477 Milliarden Euro. Das Ergebnis fiel mit 4,4 Millionen Euro Gewinn wieder leicht positiv aus.

(SDA)

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