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Matthias Müller wird Chef beim Audi-Aufsichtsrat

Die VW-Tochter zieht Konsequenzen aus der eigenen Diesel-Affäre: Ab sofort ist der Vorstandsvorsitzende von VW, Matthias Müller, Chef des Audi-Aufsichtsrats.

Übernimmt auch bei Audi Verantwortung: VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller. (Archivbild)
Übernimmt auch bei Audi Verantwortung: VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller. (Archivbild)
Julian Stratenschulte, Keystone

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Matthias Müller, wird mit sofortiger Wirkung Chef des Audi-Aufsichtsrats. Dies teilte der Autobauer aus Ingolstadt am späten Donnerstagabend mit. Damit zieht VW-Konzerntochter Audi Konsequenzen aus der eigenen Diesel-Affaire

Im Zuge des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte hatte der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn Mitte November auch sein Amt als Audi-Aufsichtsratsvorsitzender niedergelegt.

Technikvorstand Hackenberg entlassen

Das Kontrollgremium entliess am Donnerstag den im Zuge der VW-Dieselaffäre bereits beurlaubten Technikvorstand Ulrich Hackenberg aus dem Vorstand und holte den zu Rheinmetall gewechselten früheren Leiter der Audi-Motorentwicklung, Stefan Knirsch, als Nachfolger zurück nach Ingolstadt.

Die US-Anwaltskanzlei Jones Day wurde beauftragt, die Hintergründe der Dieselaffäre bei Audi zu ermitteln. Der Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Peter Mosch sagte: «Die bisher getroffenen Massnahmen des Vorstands zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem müssen jetzt weiter Konsequenzen gezogen werden, damit so etwas nicht mehr passiert.»

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler steht unter Druck, weil Audi eigene Tricksereien bei Abgastests zunächst bestritten hatte, dann aber doch Abgas-Manipulationen bei seinem Sechszylinder-Turbodiesel einräumen musste.

Arbeitnehmervertreter begrüssen Hackenberg-Entlassung

Der stellvertretende Audi-Aufsichtsratschef und frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber lobte: «Die Aufklärung geht voran. Das ist ein notwendiges und gutes Zeichen.» Der Einsatz unabhängiger Ermittler sei wichtig, um zu klären, «wie es zu so einer Situation kommen konnte». Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat begrüssten Hackenbergs Entlassung aus dem Vorstand.

Im Zuge des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte hatte Martin Winterkorn den VW-Chefposten und den Audi-Aufsichtsratsvorsitz niedergelegt. Nachfolger Müller sagte, der neue Entwicklungsvorstand Knirsch verfüge über eine breite Erfahrung in der Automobilindustrie, auch aus der Perspektive der Zulieferer.

«Das sind hervorragende Voraussetzungen für seine neue Aufgabe.» Stadler lobte den 49-Jährigen als «visionären Macher». Nach dem Rückzug von Ferdinand und Ursula Piëch aus dem Audi-Aufsichtsrat wurden Julia Kuhn-Piëch und Josef Ahorner in das Gremium berufen.

SDA/chk

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