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Lonza leidet unter schlechter Marktstimmung

Der Konzern muss seine langfristigen Wachstumsziele nach unten korrigieren. Die Kunden seien vorsichtiger geworden.

Angesichts der neuen makroökonomischen Herausforderungen könnte Lonza hinter dem langfristigen Ziel eines jährlichen Ebit-Wachstums des Betriebsgewinns (Ebit) von 15 bis 19 Prozent zurückbleiben. Das sagte Konzernchef Stefan Borgas heute an einer Telefonkonferenz. «Unsere Kunden sind zuletzt einfach etwas vorsichtiger geworden», begründete der CEO. Die Abnehmer bauten derzeit ihre Lagerbestände etwas ab und gäben Bestellungen eher am unteren Ende der vertraglich vereinbarten Grösse ab. Der Druck auf die Marge stamme daher vorab aus der tieferen Auslastungsrate in den Werken. Keinen Druck spürt Lonza hingegen bei den Verkaufspreisen: «Wir konnten unsere Preise im Einklang mit den Rohmaterialien anheben», sagte Borgas.

Obschon Lonza im Frühjahr Massnahmen zur Kostenreduktion eingeleitet hat, konnte die Nachfrageschwäche nicht voll kompensiert werden. Nicht zuletzt weil Lonza 2009 ein ähnlich herausforderndes Umfeld erwarte, seien neue Effizienzprogramme eingeleitet worden.

Kein Stellenabbau

Lonza werde aber keineswegs mit dramatischen Massnahmen aufwarten, beschwichtigte Borgas - ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. «Wir werden einfach langsamer wachsen, der Gewinn wird aber weiterhin zunehmen», sagte Borgas mit Blick auf das nächste Jahr. Lonza hege keine Pläne, Produktionswerke zu schliessen.

«Wir werden wohl einfach mit einer leicht tieferen Auslastung produzieren», sagte der CEO. Werksschliessungen kämen Lonza erheblich teurer. Lonza sehe auch keine Reduktion der Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für die Ausbauprojekte vor. Denn für bereits 80 Prozent der geplanten Kapazitätserweiterungen hätten sich Kunden verpflichtet.

Auch Chancen

Lonza sehe auch Chancen in der Wirtschaftskrise: «Wir gewinnen neue Kunden», sagte Borgas mit Hinweis auf eine erhöhte Neigung der Kunden zu Auslagerungen. Der Konzern wolle weiter akquieren. Dabei stünden weiterhin die Bereiche Bioscience und Nutrition sowie neue Kundenkooperationen im Vordergrund.

An der Börse verbuchten die Namenaktien der Lonza heute wuchtige Abschläge. Lonza sanken bis um 11 Uhr um 13,1 Prozent auf 99.40 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) sank um 4,5 Prozent.

SDA/oku

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