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Larry Page und der Zahnbürstentest

Wie entscheidet Google-CEO Larry Page, ob er ein Unternehmen aufkauft oder nicht? Er verlässt sich jedenfalls nicht auf finanzielle Kennzahlen.

Google-Chef Larry Page hält einen Vortrag in San Francisco. (15. Mai 2013)
Google-Chef Larry Page hält einen Vortrag in San Francisco. (15. Mai 2013)
AFP

Kosten, Effizienz, Gewinn: Bevor Unternehmen sich entscheiden, eine andere Firma aufzukaufen, prüfen sie diese anhand etlicher wirtschaftlicher Kriterien. Google-CEO Larry Page hat laut der «New York Times» (NYT) eine etwas andere Herangehensweise. Er entscheidet über Akquisitionen demnach vor allem auf einer Grundlage: dem Zahnbürstentest.

Der Zahnbürstentest setzt sich aus zwei Fragen zusammen: Werden die Konsumenten das Produkt ein- oder zweimal pro Tag gebrauchen? Und wird es ihr Leben besser machen? Für Larry Page sei Nützlichkeit wichtiger als Profitabilität und langfristige Gewinne erstrebenswerter als kurzfristige, folgert die NYT.

Milliardendeals ohne externe Beratung

Google verlässt sich bei seiner Expansionsstrategie also immer öfter auf eigene, konzerninterne Kriterien. Die Urteile von externen Branchenkennern und Investmentbankern verlieren an Relevanz. Mit dieser neuen Strategie steht Google nicht allein da: Im gesamten Silicon Valley sei eine Tendenz hin zu intuitiven Akquisitionsentscheidungen zu beobachten, schreibt die NYT. So wurden vor zehn Jahren erst 27 Prozent aller bedeutenden Firmenübernahmen im Techbereich ohne Beratung durch eine Investmentbank durchgeführt. Letztes Jahr waren es schon 69 Prozent.

So habe Apple den milliardenteuren Kauf des Kopfhörerherstellers Beats Electronics ohne externe Hilfe organisiert. Genauso wie Facebook den Kauf von Oculus VR, einem Hersteller von Virtual-Reality-Brillen. Und den grössten selbstständig organisierten Deal aller Zeiten fädelte Microsoft ein, als das Unternehmen 2011 Skype für 8,5 Milliarden Dollar kaufte.

«Banker können nicht mitreden»

Wenig Freude an der neuen Expansionsstrategie dürfte die Bankbranche haben. Ihre M&A-Spezialisten bleiben bei Übernahmen immer öfters aussen vor. Firmen wie Google und Facebook verlassen sich lieber auf ihr technologisches Gespür als auf die Meinung der Finanzexperten, so fundiert diese auch sein mag. «Banker haben zwei Kompetenzen: finanzielle Bewertungen und Verhandlungen», sagt ein M&A-Anwalt gegenüber der NYT. «Aber bei der Beurteilung des Potenzials von jungen Techfirmen können sie nicht mitreden.»

Auch die Silicon-Valley-Köpfe liegen mit ihren Entscheidungen allerdings öfters mal falsch. 2010 investierte Google 228 Millionen Dollar in Slide.com, einen Hersteller von Social-Media-Anwendungen. Das Unternehmen erfüllte die Erwartungen von Google nicht, im Mai 2012 stellte es seinen Betrieb ein.

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