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Kaum ein Familienvater arbeitet Teilzeit

Nur in vier Prozent aller Familien arbeiten beide Partner Teilzeit.

Seltenheit: Ein Vater, der teilzeit arbeitet.
Seltenheit: Ein Vater, der teilzeit arbeitet.
Keystone

Üblich ist das herkömmliche Modell: Der Vater arbeitet voll, die Mutter unter 50 Prozent oder gar nicht. Grund dafür sind laut KV Schweiz nicht nur traditionelle Rollenbilder.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie berge zahlreiche Fallstricke, heisst es in einer Mitteilung des Kaufmännischen Verbands vom Donnerstag. Eine Schwierigkeit sei die Kinderbetreuung. Zudem sei es in vielen Firmen nicht möglich, in einer Führungsstelle Teilzeit zu arbeiten.

Ein weitere Hürde sieht KV Schweiz bei den unterschiedlichen Einkommen: Viele Männer verdienen besser als ihre Partnerinnen. Reduziert der Vater sein Pensum, muss die Mutter entweder deutlich mehr arbeiten, oder die Familie muss ein tieferes Budget in Kauf nehmen. Ausserdem sind Teilzeitarbeitende oft bei der Altersvorsorge benachteiligt.

Unterschiedliche Erwerbsquoten

Diese Hindernisse spiegeln sich in der Statistik wider, wie der Verband unter Berufung auf die vom Bundesamt für Statistik errechneten Erwerbsquoten von Männern und Frauen aufzeigt. Zwar sticht der Unterschied nicht direkt ins Auge: 2007 gingen 76 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen einer Arbeit nach.

Doch unterscheidet sich das Erwerbsverhalten zwischen den Geschlechtern. Mehr als die Hälfte der Frauen arbeiteten Teilzeit, bei den Männern waren es 11 Prozent. Und in keiner Altersgruppe liegen die Quoten so weit auseinander, wie bei den 25- bis 40- Jährigen - den jungen Eltern also.

Gut 90 Prozent der Männer arbeiten in diesem Alter Vollzeit. Bei den Frauen sind 38 Prozent nicht und 51 Prozent teilweise erwerbstätig. Dass beide Elternteile Teilzeit arbeiten, kommt in allen Altersgruppen nur bei 4 Prozent der Familien vor.

Tipps für die Praxis

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessen, müssten sowohl Angestellte als auch Arbeitgeber neue Wege beschreiten, heisst es weiter. In einem Leitfaden «Beruf und Familie - eine Herausforderung» macht der Verband Lösungsvorschläge für die Praxis.

Von den Angestellten wird viel Eigeninitiative verlangt, sei dies in den Mitarbeitergesprächen, bei Lohnforderungen, in der Organisation der Kinderbetreuung oder in der persönlichen Weiterbildung.

Auch Teilzeitarbeitende müssten sich ständig weiterbilden, um am Ball zu bleiben. Unternehmen müssten diesbezüglich dafür schauen, dass sie in gleichem Ausmass von Angeboten profitierten wie Vollzeitangestellte.

Neben der oft gehörten Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit empfiehlt der Verband den Unternehmen etwa, die Pensionskassen so auswählen, dass Teilzeitbeschäftigte nicht benachteiligt werden.

Nicht immer die Mutter soll die Betreuung übernehmen müssen, wenn etwa schulpflichtige Kinder krank sind. Eltern sollen gemeinsam Notfallszenarien ausarbeiten. Am Arbeitsplatz müsse dafür klar geregelt sein, wer im Team welche Aufgaben übernimmt und wie Stellvertretungen geregelt werden.

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