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Kampf dem «Flash Crash»

Was am Donnerstag geschah, als der Dow Jones innert Minuten massiv abstürzte, soll nie mehr vorkommen. Darin sind sich sämtliche US-Börsenchefs einig. Jetzt wird gehandelt.

Schock am letzten Donnerstag: Plötzlich schien an der NYSE die Welt unterzugehen.
Schock am letzten Donnerstag: Plötzlich schien an der NYSE die Welt unterzugehen.
Keystone

Die Vorsitzende der Börsenaufsicht (SEC), Mary Shapiro, habe mit den Chefs der New Yorker Börse, der Technologiebörse Nasdaq und von vier weiteren Börsen die Ausarbeitung eines neuen «strukturellen Rahmens» vereinbart, teilte die SEC am Montag mit. Darin sollten neuen Sicherungsmechanismen («circuit breakers») und neue Regeln zum Umgang mit fehlerhaften Verkäufen ausgearbeitet werden. Laut SEC ist vorgesehen, automatische Sicherheitssysteme zu stärken und besser mit fehlerhaften Transaktionen umzugehen. Geredet haben die Börsenchefs auch darüber, die Regeln der verschiedenen Handelssysteme zu vereinheitlichen.

Noch immer ist nicht restlos geklärt, was zu dem dramatischen Kurssturz des Dow Jones am vergangenen Donnerstag geführt hat. Im Vordergrund steht die Theorie, dass eine Art Rückkoppelungsschleife entstanden ist, weil automatisierte Börsenhandelssysteme mit nicht kompatiblen Regeln miteinander agierten.

Unterschiedliche Systeme

Dabei fiel der Dow Jones innerhalb von 16 Minuten um beinahe 1000 Punkte und vernichtete rund 700 Milliarden Dollar - nur um kurz darauf wieder um fast so viele Punkte zu steigen. Einheitliche Regeln zur Verlangsamung oder gar Aussetzung des Handels hätten die grössten Verluste vermutlich verhindern können.

Die diversen Börsen haben diesbezüglich jedoch unterschiedliche Regeln. Bei der NYSE etwa geht der Handel in menschliche Hände über, wenn elektronische Käufe oder Verkäufe ein bestimmtes Limit überschreiten.

Gesperrter Handel wich aus

Dies allerdings hatte laut der Wirtschaftsagentur Bloomberg letzten Donnerstag lediglich zur Folge, dass der Handel auf alternative Plattformen auswich, wo derartige Schwellen nicht gelten.

«Solche automatischen Abschaltsysteme existieren nur bei einer einzigen Börse, und das sollte nicht der Fall sein», sagte der Vorsitzende des Bankenausschusses, Christopher Dodd, dem Fernsehsender CBS.

Am Dienstag im US-Parlament

Dodd forderte die SEC zum Handeln auf. «Sie muss ihre Bemühungen schnell intensivieren, uns wissen lassen, was da geschehen ist und welche Schritte nun nötig sind.»

Dodd, der derzeit versucht, die Finanzmarktreform durch den Senat zu bringen, forderte für den Börsenhandel eine strengere Regulierung. An diesem Dienstag wird sich auch das amerikanische Parlament an einer Anhörung mit dem «Flash Crash» befassen.

Der dramatische Kurssturz war der grösste seit dem Crash von 1987, als der Handel noch komplett in den Händen von Börsenhändlern lag. Heute, in Zeiten des automatisierten Hochgeschwindigkeitshandels, nutzen Computer mathematische Modelle, um innerhalb von Millisekunden gewaltige Zahlen von Aktien zu kaufen und verkaufen. Knapp zwei Drittel aller Börsenaktivitäten in den USA werden auf diese Weise abgewickelt.

AFP/cpm

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