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Justiz ermittelt wegen Novartis-Impfstoff

Nachdem die italienische Arzneimittelbehörde einen Impfstoff von Novartis verboten hat, schaltet sich nun auch die Justiz ein. Hintergrund sind mehrere Todesfälle.

Nach der Behandlung verstorben: Ein Ärztin impft eine Patientin.
Nach der Behandlung verstorben: Ein Ärztin impft eine Patientin.
Keystone

Beim Grippe-Impfstoff des Pharmakonzerns Novartis untersucht die italienische Justiz mittlerweile in zwölf ungeklärten Todesfällen. Die Arzneimittelbehörde AIFA hat die Zahl der beanstandeten Chargen des Impfstoffs Fluad zudem von zwei auf sechs erhöht.

Damit gehe es nun um 1,4 Millionen Impfdosen, heisst es in einer AIFA-Mitteilung vom Wochenende. Eine vorläufige Analyse fördert auch Details zu den Todesfällen zutage. Von den zwölf Fällen sind sieben Frauen und fünf Männer. Acht Verstorbene waren über 80 Jahre alt. In acht Fällen trat der Tod innerhalb von 24 Stunden ein.

Die italienische Arzneimittelbehörde AIFA hatte am Donnerstag als Vorsichtsmassnahme die Nutzung eines Grippeimpfstoffs des Basler Pharmakonzerns verboten. Die Staatsanwaltschaft von Siena hat Ermittlungen aufgenommen. Bisher gebe es noch keine Verdächtigen, hatten die Justizbehörden am Freitag mitgeteilt.

Seit 1997 im Verkehr

Nach Novartis-Angaben ist Fluad seit 1997 im Verkehr. Es seien auf der ganzen Welt seither 65 Millionen Dosen mit Erfolg verabreicht worden. Eine Überprüfung der beiden betroffenen Lose habe ergeben, dass diese den Produktions- und Qualitätsnormen entsprächen, teilte Novartis mit.

Italien hatte bereits im Herbst 2012 die Auslieferung von Novartis-Grippeimpfstoffen - unter anderem Fluad - gestoppt, nachdem in Spritzen weisse Partikel gefunden worden waren. Weitere Länder folgten, darunter die Schweiz. Nach wenigen Wochen gab es Entwarnung: Bei den möglichen Verunreinigungen handelte es sich um verklumpte Eiweisse, die Bestandteil des Impfstoffs sind.

(SDA)

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