Zum Hauptinhalt springen

In Frankfurt braucht man heute Geduld

Der zweite Streik-Tag am Flughafen Frankfurt hatte deutlich mehr Flugannullierungen zur Folge als der Tag zuvor. Insgesamt fielen rund 250 Flüge aus. In der Schweiz wurden 26 Starts und Landungen gestrichen.

Heute vielen rund 80 Flüge mehr aus als gestern: Die Fluganzeigetafel am Flughafen Frankfurt.
Heute vielen rund 80 Flüge mehr aus als gestern: Die Fluganzeigetafel am Flughafen Frankfurt.
Reuters

Bei den Reisenden am Frankfurter Flughafen war heute vor allem eines gefragt: Geduld. Am zweiten Tag des Streiks fielen deutlich mehr Flüge aus als am Vortag. Die Gewerkschaft kündigte an, die Streiks nächste Woche fortzusetzen.

Rund 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld legten am Freitag von 8 Uhr an für 14 Stunden die Arbeit nieder. Von den Fluglinien seien über 290 der insgesamt rund 1300 geplanten Starts und Landungen gestrichen worden, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit.

Zürich, Genf und Basel betroffen

Lufthansa strich nach eigenen Angaben 125 Flugpaare, also 250 Flüge. Am Donnerstag waren nach Angaben von Fraport 172 Flüge ausgefallen, rund 30 Prozent des geplanten Pensums.

Auch die Schweizer Flughäfen waren betroffen: Am Flughafen Zürich wurden am Freitag je acht ankommende und abgehende Flüge annulliert, in Genf wurden je drei und in Basel-Mülhausen je zwei ankommende und abgehende Flüge gestrichen.

In Frankfurt bildeten sich an den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten lange Schlangen, die Terminals am grössten deutschen Flughafen waren voll.

Weitere Streiks angekündigt

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) droht mit einer Ausweitung des Streiks in der kommenden Woche. Wenn der Flughafenbetreiber Fraport nicht einlenke, werde in der kommenden Woche «definitiv» weitergestreikt, erklärte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers.

Für das Wochenende gab die GdF hingegen Entwarnung: Samstag und Sonntag werde mit grosser Sicherheit nicht gestreikt, sagte Siebers. Fraport solle mit der Ruhephase die Gelegenheit bekommen, die eigene Position zu überdenken, sagte der Gewerkschafter.

Fraport beharrte auf ihrer Position und forderte die GdF auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Eine Klage gegen den Streik stehe derzeit aber nicht an, sagte ein Fraport- Sprecher. «Wir behalten uns die Prüfung und Geltendmachung juristischer Schritte weiterhin vor.»

Die GdF will weitere Streiks jeweils 24 Stunden im Voraus ankündigen. Siebers zeigte sich mit dem bisherigen Streikverlauf zufrieden. Ziel sei nicht, den Flughafen komplett lahmzulegen.

Höhere Löhne gefordert

Die GdF will Fraport mit den Streiks zur Annahme eines Schlichterspruchs im Tarifstreit zwingen. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen für die kleine, aber mächtige Beschäftigtengruppe. Das Vorgehen sorgt insbesondere bei Arbeitgebern und grossen Gewerkschaften für Kritik.

Mit rund 200 Beschäftigten stellt das Vorfeldpersonal eine kleine, aber entscheidende Berufsgruppe am Frankfurter Flughafen dar. Es sorgt unter anderem dafür, dass Flugzeuge sicher von ihren Parkpositionen zu den Flugbahnen kommen. Rund 190 der 200 Beschäftigten sind in der GdF organisiert.

SDA/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch