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«Im Dilemma zwischen Feuer und Wasser»

Vor sieben Monaten hatte sich Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier das Leben genommen. Heute sprachen seine Angehörigen zu den Aktionären.

Übt Kritik an der Aufarbeitung des Suizids: Fabienne Wauthier, Witwe des ehemaligen Finanzchefs der Zurich, Pierre Wauthier. (2. April 2014)
Übt Kritik an der Aufarbeitung des Suizids: Fabienne Wauthier, Witwe des ehemaligen Finanzchefs der Zurich, Pierre Wauthier. (2. April 2014)
Reuters
Wauthier habe der geplante Stellenabbau mentale Probleme bereitet: Die Familie sprach zu den Zurich-Aktionären. (2. April 2014)
Wauthier habe der geplante Stellenabbau mentale Probleme bereitet: Die Familie sprach zu den Zurich-Aktionären. (2. April 2014)
Reuters
Trotz Turbulenzen zeigen sich Analysten zurversichtlich, was die Zurich betrifft: Schild in Zürich.
Trotz Turbulenzen zeigen sich Analysten zurversichtlich, was die Zurich betrifft: Schild in Zürich.
Keystone
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An der Generalversammlung der Zurich sprach Fabienne Wauthier heute über den Freitod ihres Ehemannes vor sieben Monaten. Begleitet wurde sie dabei von drei weiteren Familienmitgliedern. Dabei wurde Kritik an der internen Untersuchung geäussert, welche die Zurich zur Aufarbeitung des Ereignisses in die Wege geleitet hatte. Die Untersuchung hatte zum Schluss geführt, dass die Zurich keinen unangemessenen Druck auf Wauthier ausgeübt hatte.

«Wir sind hier, weil die Zurich sehr schlecht auf den Freitod reagiert hat», eröffnete Wauthiers Witwe ihre Rede. Die Untersuchung sei lückenhaft durchgeführt worden, beispielsweise habe man Wauthiers Laptop nicht angeschaut, obwohl die Familie ihn zur Verfügung gestellt hatte. Wauthier habe sich in den letzten Monaten vor dem Tod tatsächlich stark unter Druck gefühlt. Dies, weil er wusste, dass strategische Veränderungen anstehen würden, was unter anderem den Abbau von Arbeitsplätzen bedeutet hätte. Als Konzernleitungsmitglied und als Mensch mit einer sozialen Ader sei er «im Dilemma zwischen Feuer und Wasser» gestanden, so Wauthiers Witwe.

«Gewissenhaft untersucht»

Gegenüber einer Reporterin der Nachrichtenagentur Reuters hatte Fabienne Wauthier bereits vor der Generalversammlung ihre offenen Fragen an die Zurich formuliert. Unter anderem wolle sie wissen, warum Einzelheiten über Spannungen am Arbeitsplatz nie öffentlich gemacht worden seien und warum Josef Ackermann als Präsident nach dem Suizid zurückgetreten sei, ohne dass er sich einer Schuld bewusst gewesen sei. Die Aktionäre an der Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion reagierten mit höflichem Beifall auf die Auftritte der Familie Wauthier und den folgenden Auftritt von Tom de Swaan.

Der neue Präsident der Zurich wies die Vorwürfe zurück, wonach der Selbstmord seines früheren Finanzchefs nicht ausreichend untersucht worden sei. «Auch wenn wir nie erfahren werden, was Pierre Wauthier zu seinem tragischen Entschluss brachte: Ich finde es wichtig und bin dankbar, dass die zuständigen Behörden und wir seine Tat sehr gewissenhaft und abschliessend untersucht haben», so de Swaan. Es sei auch richtig gewesen, dass die Personalabteilung der Zurich die Unternehmensführung aus Geheimhaltungsgründen nicht darüber informiert habe, dass es in den Wochen vor dem Suizid Kontakt mit Wauthier gegeben habe. Man habe keine Anzeichen für den Selbstmord gehabt.

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