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Holcim und Lafarge dürfen fusionieren – unter Auflagen

Die EU-Kommission gibt für den Zusammenschluss zum weltgrössten Zementkonzern grünes Licht. Holcim und Lafarge müssen aber zuerst noch Veräusserungen abwickeln.

Darf mit Lafarge zusammengehen: Holcim. (Archivbild)
Darf mit Lafarge zusammengehen: Holcim. (Archivbild)
Reuters

Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss von Holcim und Lafarge zum weltgrössten Zementkonzern unter Auflagen genehmigt. Die Unternehmen mit Sitz in Jona SG und in Paris müssen die angekündigten Veräusserungen in einer Reihe von Ländern zuerst abwickeln.

Um Wettbewerbsbedenken auszuräumen, haben sich beide Konzerne bereiterklärt, überlappende Geschäftsbereiche zum Verkauf zu stellen, wie die EU-Kommission am Montagabend mitteilte. So soll das Europa-Geschäft der fusionierten LafargeHolcim deutlich verkleinert werden.

Die Kommission habe die Auswirkungen der geplanten Fusion auf den Wettbewerb in Europa sehr genau geprüft, hiess es. «Das Paket von Abhilfemassnahmen war sehr substantiell», wird EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in der Mitteilung zitiert. «Dies war aber auch notwendig, um bereits in der ersten Phase der Prüfung eine klare Entscheidung zu ermöglichen.»

Verkaufsliste weitgehend bestätigt

Holcim und Lafarge erklärten, die Liste der Veräusserungen in Europa entspreche im Wesentlichen der im Oktober vorgelegten Variante, abgesehen von einer sehr geringen Veränderung in Frankreich. Die Schweiz ist von den Veräusserungen nicht betroffen.

Holcim wird sich von seinen Aktiven in Frankreich trennen, ausgenommen sind das Zementwerk Altkirch und die Zuschlagsstoff- und Transportbetonstandorte in der Region Haut-Rhin. Zudem werden die Geschäfte in Ungarn, Serbien und der Slowakei zum Verkauf gestellt.

Lafarge trennt sich in Europa vom Geschäft in Deutschland, Rumänien und in Grossbritannien von Lafarge Tarmacs. Hier wird am Zementwerk Cauldon und verbundenen Aktiven jedoch festgehalten. In Frankreich steht ein Mahlwerk in Saint-Nazaire sowie Lafarges Aktiven auf La Réunion zum Verkauf, mit Ausnahme der Beteiligung an Ciments de Bourbon.

Ausserhalb Europas verkauft Holcim die Aktiven in Kanada und Mauritius. Auf den Philippinen werden eine Reihe von Beteiligungen verkauft. In Brasilien stehen von Holcim und Lafarge drei integrierte Zementwerke, zwei Mahlwerke sowie Transportbetonwerke zum Verkauf.

Unternehmen zufrieden

«Wir sind sehr zufrieden mit der positiven Entscheidung der EU-Kommission», werden Wolfgang Reitzle, designierter Präsident des Verwaltungsrates, sowie Bruno Lafont, designierter CEO des zukünftigen gemeinsamen Unternehmens, im Communiqué zitiert. Damit seien Holcim und Lafarge weiterhin auf einem guten Weg zu einem Abschluss der Fusion im ersten Halbjahr 2015.

Früheren Angaben zufolge haben verschiedene Finanzinvestoren und Konkurrenten Interesse an Teilen oder dem ganzen Paket der angebotenen Werke und Anlagen.

(SDA)

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