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Grounding aus heiterem Himmel

Qantas setzte heute überraschend den gesamten Flugverkehr aus. Das Grounding ist die Folge eines erbitterten Lohnstreits und kostet die australische Fluggesellschaft täglich einen sehr hohen Preis.

Wieder in der Luft: Eine Maschine der Qantas über dem Flughafen von Sydney.
Wieder in der Luft: Eine Maschine der Qantas über dem Flughafen von Sydney.
Keystone
Flugverkehr soll ab Montagnachmittag zumindest teilweise wieder aufgenommen werden: Flugzeuge von Qantas. (Archivbild)
Flugverkehr soll ab Montagnachmittag zumindest teilweise wieder aufgenommen werden: Flugzeuge von Qantas. (Archivbild)
Keystone
Der Streik gilt, bis sich die Gewerkschaften der Piloten und des Bodenpersonals mit dem Unternehmen über Gehälter und Arbeitsbedingungen geeinigt haben.
Der Streik gilt, bis sich die Gewerkschaften der Piloten und des Bodenpersonals mit dem Unternehmen über Gehälter und Arbeitsbedingungen geeinigt haben.
Reuters
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In einer Reaktion auf wiederholte Streiks hat die grösste australische Fluggesellschaft Qantas ihren Flugbetrieb überraschend vollständig ausgesetzt und streikende Mitarbeiter damit ausgesperrt. Alle 108 Maschinen der Airline in bis zu 22 Ländern blieben vorläufig am Boden, sagte der Qantas-Vorstandsvorsitzende Alan Joyce am Samstag in Sydney. Dies gelte, bis die Gewerkschaften der Piloten und des Bodenpersonals ihre «extremen Forderungen» zurückzögen. Qantas zählt zu den weltweit profitabelsten Fluggesellschaften.

«Wir haben beschlossen, die internationale und inländische Flotte umgehend stillzulegen», sagte Joyce. Er habe diese Entscheidung am Morgen getroffen und dann die Zustimmung des Verwaltungsrats eingeholt. Die Kosten der Massnahme gab der Konzernchef mit 20 Millionen Dollar (14,1 Millionen Euro) pro Tag an.

«Die Regierung ist sehr in Sorge um die Zukunft der Qantas, um das Personal, aber auch die Passagiere», sagte der australische Verkehrsminister Anthony Albanese. Die Entscheidung seitens des Unternehmens, alle Flüge zu streichen, nannte er enttäuschend und aussergewöhnlich. Die Regierung rief umgehend ein Schiedsgericht an, das am Samstag die Positionen von Gewerkschaften und Fluggesellschaft anhörte. Am (morgigen) Sonntag will die Mitte-links-Regierung, die traditionell den Gewerkschaften nahesteht, vor dem Schiedsgericht beantragen, dass eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs angeordnet wird. Dies liege im wirtschaftlichen Interesse Australiens.

Anhaltende Krise bei Qantas

Unter den Betroffenen sind auch 17 Regierungschefs, die am Commonwealth-Gipfel in Perth teilgenommen hatten. Passagiere wurden auf Kosten der Gesellschaft auf andere Flüge umgebucht. Der Absatz von Tickets für Qantas-Flüge brach allerdings bereits zuvor ein, da die Gewerkschaften Reisende im Zuge des Arbeitskampfes aufforderten, mit anderen Gesellschaften zu fliegen. Ein britischer Fluggast am Flughafen in Sydney berichtete, der Pilot seiner Maschine habe sich auf dem Rollfeld bei den Passagieren gemeldet und die Rückkehr der Maschine zum Terminal bekannt gegeben. Der Flug wurde storniert.

Die Mitarbeiter der Qantas werden ab Montag nicht mehr bezahlt, wie Joyce erklärte. In den vergangenen Wochen musste Qantas wegen Arbeitsniederlegungen immer wieder Flüge streichen. Der Arbeitskampf habe die Fluggesellschaft in eine Krise gestürzt, sagte Joyce.

Die Gewerkschaften reagierten erbost auf die Ankündigung der Qantas, im August ihr Überseegeschäft durch die Schaffung einer Tochtergesellschaft in Asien auslagern zu wollen. Die Umstrukturierung des Unternehmens soll 1.000 der etwa 35.000 Arbeitsplätze bei der Qantas kosten. Qantas ist die grösste australische Fluggesellschaft, die Nummer zehn weltweit und hoch profitabel.

(dapd)

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