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GM-Chefin kommt vor US-Kongress ins Stottern

13 Tote und 2,6 Millionen zurückgerufene Autos: Die Konzernchefin von General Motors, Mary Barra, musste einem Ermittlungsausschuss im Repräsentantenhaus Red und Antwort stehen.

«Ich will selbst die Antworten auf die Fragen, die Sie stellen»: GM-Chefin Mary Barra. (1. April 2014)
«Ich will selbst die Antworten auf die Fragen, die Sie stellen»: GM-Chefin Mary Barra. (1. April 2014)
AFP

Nach einer Pannenserie des US-Autobauers General Motors mit mindestens 13 Toten hat sich Konzernchefin Mary Barra einem harten Verhör im US-Kongress gestellt. Mit scharfen Fragen brachten die Mitglieder eines Ermittlungsausschusses im Repräsentantenhaus die seit Januar amtierende GM-Chefin am Dienstag ins Schwitzen.

Barra geriet mehrfach ins Stocken, antwortete ausweichend und verwies auf laufende interne Ermittlungen. Republikaner Joe Barton bezeichnete eine ihrer Antworten als «bürokratisches Kauderwelsch».

Warum die fehlerhaften Zündschlösser des Zulieferers Delphi verbaut wurden, obwohl sie den von GM gesetzten Mindeststandards nicht genügten, erklärte Barra nicht. Schlüssel konnten in den schwach ausgelegten Schlössern zurückspringen, woraufhin Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbag versagten. Fahrzeuge des grössten Autobauers des Landes kamen so auf mindestens 31 Crashs.

«Wir können die Zeit nicht zurückdrehen»

«Ich will selbst die Antworten auf die Fragen, die Sie stellen», sagte Barra während der zweieinhalb Stunden langen Sitzung. Erst der von der Opel-Mutter engagierte Anwalt Anton Valukas, der schon die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers untersucht hatte, werde Klarheit schaffen.

Sie selbst habe erst am 31. Januar von dem Fehler erfahren – knapp zwei Wochen später kam der erste Rückruf, der seitdem auf insgesamt knapp 2,6 Millionen Autos ausgeweitet wurde.

«Wir können die Zeit nicht zurückdrehen», sagte Barra. Sobald der Fehler bemerkt wurde, habe der Konzern gehandelt. Ausserdem habe die Opel-Mutter sich selbst neue Standards gesetzt, verteidigte sich Barra auf die Vorwürfe gegen ihr Unternehmen.

Auch der neu eingesetzte Sicherheitschef Jeff Boyer – ein altgedienter GM-Manager mit mehr als 40 Jahren im Konzern – solle künftig dafür sorgen, dass eine vergleichbare Unfallserie sich nicht wiederhole.

Weitere Befragung steht an

Der Demokrat Henry Waxman will mit einem Gesetzentwurf dafür sorgen, dass Autobauer bei ähnlichen Versäumnissen künftig stärker bestraft werden. «Wir müssen das Gesetz verbessern, um die nächste Auto-Tragödie zu verhindern», sagte Waxman. Der US-Senat hat Barra für heute Mittwoch ebenfalls zu einer Anhörung geladen.

Für reichlich Stirnrunzeln sorgten Barras Aussagen, dass wegen der Unfallserie bis heute kein für den Fehler verantwortlicher GM-Mitarbeiter seinen Job verloren habe und Barra sich auch noch nicht mit den zuständigen Delphi-Ingenieuren getroffen habe. Ausserdem wolle sie «angemessene Informationen» öffentlich machen – vor Journalisten sagte sie anschliessend, dass der Bericht der internen Untersuchung aber unter Verschluss bleiben werde.

Angesichts dutzender Reporter, laufend klickender Kameras und zahlreicher Angehöriger von Unfallopfern, die Bilder der Gestorbenen aufgestellt hatten, wirkte Barra angespannt. In ihren eröffnenden Bemerkungen entschuldigte sie sich bei den Betroffenen und zeigte sich «zutiefst betrübt.»

Entschädigung der Opfer

GM beauftragte inzwischen den Spitzenanwalt Kenneth Feinberg, die Entschädigungen an Opfer und Hinterbliebene der tödlichen Pannenserie von GM-Fahrzeugen zu leiten. Feinberg sei hoch qualifiziert und sehr erfahren in diesem Thema, sagte Barra im US-Kongress.

Die US-Regierung hatte ihn etwa beauftragt, die Familien der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu entschädigen. Dieselbe Aufgabe hatte Feinberg nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko im Jahr 2010 und nach den Terroranschlägen beim Marathon in der Metropole Boston im vergangenen Jahr.

Zumindest in den Verkäufen an Privatkunden scheint sich der Skandal nicht niedergeschlagen zu haben, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Verkaufszahlen für März hervorgeht. Obwohl die betroffenen Modelle vor allem in den USA und Kanada verkauft wurden, stieg der Verkauf im Einzelhandel im März um sieben Prozent.

SDA/chk

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