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Gewinnrückgang ärgert Zurich-Spitze

Mehr Umsatz, weniger Gewinn: «Ich bin mit dem finanziellen Ergebnis nicht zufrieden», sagt Konzernchef Martin Senn.

Der Versicherungskonzern Zurich schlägt für 2014 selbstkritische Töne an. Trotz steigendem Umsatz liegen die Gewinne tiefer als im Vorjahr. Mit dem finanziellen Ergebnis könne man nicht zufrieden sein, sagte Konzernchef Martin Senn vor Analysten und Medien.

Zwar verdiente der Versicherungskonzern unter dem Strich immer noch rund 3,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 3 Prozent. Der Betriebsgewinn, den Zurich mit der konzerneigenen Messgrösse BOP (Business Operating Profit) ausweist, liegt mit 4,6 Milliarden Fr. ein Prozent tiefer. Alleine im 4. Quartal brach er um 27 Prozent ein.

Der Umsatz der Gruppe legte hingegen um 6 Prozent auf 74,4 Milliarden Dollar zu. Das Schadensversicherungsgeschäft (General Insurance) hat konstante 36,3 Milliarden Dollar dazu beigetragen. Bei den Lebensversicherungen (Global Life) wuchsen die Bruttoprämien um 18 Prozent auf 31,8 Milliarden Franken.

Von Grossereignissen verschont

Von grossen Schadenszahlungen blieb der Konzern im vergangenen Jahr verschont. Der Anteil von Schadenleistungen und damit verbundenen internen Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) hat sich um 0,7 Prozentpunkte auf 97,3 Prozent verbessert. Solange der Wert unter 100 Prozent liegt, ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

Dennoch ist der Versicherer für Konzernchef Martin Senn noch nicht fit genug. Zurich habe bei der Umsetzung der im Dezember 2013 lancierten Strategie zwar Fortschritte erzielt, sagte er am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresergebnisse.

Damals gab der Konzern bekannt, sich auf die lohnenden Geschäfte zu konzentrieren. In Brasilien ist Zurich darum beispielsweise in das Massengeschäft mit Garantie-Verlängerungsversicherungen eingetreten. Vom unrentablen Privatkundengeschäft in Russland hat sich der Konzern hingegen im Sommer getrennt. Die verlustbringende Trennung drückt nun auf den Gewinn, allerdings etwas weniger heftig als noch im Sommer angekündigt.

Zurich müsse noch profitabler werden, sagte Senn, vor allem angesichts der Herausforderungen aus dem makroökonomischen Umfeld. 250 Millionen Dollar will der Konzern bis Ende Jahr eingespart haben. Dieses Ziel gab Zurich bereits früher bekannt. Damit einher ging die Streichung von knapp 700 Stellen.

Keine Bedrohung durch Negativzinsen

Kaum Risiken ausgesetzt sieht sich der Konzern hingegen durch die Turbulenzen auf den Währungsmärkten und durch den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Negativzinsen einzuführen.

Bisher sei auf den Cash-Beständen der Zurich kein Negativzins erhoben worden. Ob das so bleiben wird, ist unklar. «Wir schauen diesbezüglich alle in die gleiche Kristallkugel», sagt Senn. Doch selbst die Einführung von Negativzinsen hätte kaum «materielle» Auswirkungen auf die Ergebnisse.

Gegen Währungsschwankungen sei Zurich gut abgesichert. Zudem investiert der Konzern global und kann sein Portfolio entsprechend zu seinen Gunsten umschichten. Von unrentablen Staatsanleihen, sogenannten Negativ-Positionen, will Zurich absehen.

Zufrieden ist Zurich mit dem Eigenkapital. Dieses stieg Ende Jahr auf 34,7 Milliarden Dollar nach 32,5 Milliarden Dollar Ende 2013. Den Aktionären soll eine unverändert hohe Dividende von 17 Franken pro Aktie bezahlt werden.

Gemäss Senn widerspiegelt dies die Stabilität und die starke Kapitalposition. Die Anleger trennten sich dennoch von ihren Aktien. Bei Börsenschluss stand der Kurs bei 3,1 Prozent im Minus.

(SDA)

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