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Gewinneinbruch beim Hochzeitspaar

Die vor der Fusion stehenden Konzerne Xstrata und Glencore melden weniger Gewinn als im Vorjahr. Der Bergbau ist wegen der gesunkenen Rohstoffpreise weniger lukrativ als auch schon.

Als neuer Termin für die Fusion mit Xstrata wird nun der 16. April genannt: Hauptsitz von Glencore in Baar.
Als neuer Termin für die Fusion mit Xstrata wird nun der 16. April genannt: Hauptsitz von Glencore in Baar.
Nicola Pitaro

Der britisch-schweizerische Bergbaukonzern Xstrata, der noch dieses Jahr mit dem Rohstoffkonzern Glencore fusioniert werden dürfte, hat 2012 einen Rückgang des Umsatzes um 7 Prozent auf 31,62 Milliarden Dollar verzeichnet.

Auf operativer Ebene (Ebit) ging der Gewinn im Vergleich zu 2011 um 43 Prozent auf 4,79 Milliarden Dollar zurück. Da das Abbauvolumen gestiegen ist, hat das Unternehmen dabei den letztes Jahr gesunkenen Rohstoffpreisen Tribut zollen müssen. Der Reingewinn sank – auch aufgrund von Sonderfaktoren – um 79 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar.

Zahlreiche Minen erschöpft

Xstrata befindet sich in einer Übergangsphase: Zahlreiche Minen sind erschöpft und stehen vor der Schliessung, während eine Reihe neuer Abbaustätten errichtet wird. Gemäss Communiqué haben letztes Jahr zehn neue Minen ihren Betrieb aufgenommen. Diese erhöhten nicht nur die Abbauvolumina des Konzerns, sondern verbessere auch dessen Kostenbasis.

Wie Xstrata bereits im Februar bekannt gab, stieg das Volumen der geförderten Kohle 2012 im Vergleich zum Jahr davor um 7 Prozent auf 90,4 Millionen Tonnen. Die Kupferproduktion sank aufgrund versiegender Minen um 16 Prozent auf 747'000 Tonnen, jene von Nickel stieg um 0,9 Prozent auf den neuen Rekordwert von 106'873 Tonnen.

Glencore erzielt deutlich weniger Gewinn

Der weltgrösste Rohstoffkonzern Glencore hat 2012 ebenfalls einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der operative Gewinn (Ebit) sank um 17 Prozent auf 4,47 Milliarden Dollar. Aufgrund von Abschreibern sackte der Reingewinn des weltgrössten Rohstoffhändlers allerdings noch stärker ab.

Hauptgrund, dass der Reingewinn mit 1,00 Milliarden Dollar 75 Prozent tiefer ausfiel als noch 2011, ist eine Wertberichtigung auf der Minderheitsbeteiligung am russischen Aluminiumkonzern Rusal. Alleine diese drückte den Gewinn um 1,2 Milliarden Dollar. Stark belastet wurde das Ergebnis aber auch durch Wertberichtigungen auf Investitionen in den Platinabbau in Südafrika und in den Nickelabbau in Australien.

Dividende wird um 5 Prozent erhöht

Trotz des markant tieferen Gewinns können sich Glencores Aktionäre, die zu einem grossen Teil auch für den Konzern arbeiten, freuen: Die Dividende, die 2013 ausbezahlt werden soll, wird 5 Prozent höher ausfallen als noch im letzten Jahr, wie aus Glencores Medienmitteilung vom Dienstag hervorgeht.

Das operative Ergebnis von Glencore belastet haben die Bergbauaktivitäten: Deren Gewinnbeitrag sank hauptsächlich aufgrund deutlich gefallener Preise für Nickel, Zink und Kupfer um ein Drittel auf 2,34 Milliarden Dollar. Trotz ebenfalls gesunkener Kohlepreise stieg der Gewinnbeitrag aus der Förderung von Energierohstoffen.

Ihren Teil zum Gewinnrückgang beigetragen hat auch die Beteiligung am Bergbaukonzern Xstrata, der Glencore zu rund einem Drittel gehört und demnächst ganz im Konzern aufgehen soll. Xstrata hatte 2012 trotz eines höheren Abbauvolumens einen Rückgang des Ebit um 43 Prozent zu verkraften.

Weniger Gewinn aus Kohle- und Ölhandel

Gut lief es Glencore dagegen mit dem Handel von Rohstoffen. Damit wurden 2,13 Milliarden Dollar verdient, 11 Prozent mehr als 2011. Zwar warf der Handel mit Öl und Kohle deutlich weniger ab, dafür war der Handel mit Agrarrohstoffen wieder einträglich und auch das Geschäft mit Metallen spülte mehr Geld in die Kasse als im Vorjahr.

2012 sei ein wichtiges und erfolgreiches Jahr für Glencore gewesen, liess sich Konzernchef Ivan Glasenberg im Mediencommuniqué zitieren. Er verwies auf die solide Performance des Handelsbereichs von und auf das trotz schwierigen Umfelds für den Bergbau erzielte organische Wachstums bei der Rohstoffförderung.

Der Umsatz stieg denn auch um 15 Prozent auf 214,44 Milliarden Dollar. Und das operative Ergebnis von Glencore hat unter den widrigen Umständen auf dem Rohstoffmarkt ebenfalls weniger gelitten als die Ergebnisse der Konkurrenz, wie aus einer auf der Internetseite von Glencore veröffentlichten Präsentation hervorgeht.

Warten auf chinesische Behörden

Das bedeutendste Ereignis für Glencore im vergangenen Jahr war aber die aufgegleiste Fusion mit Xstrata. Nach langem Hin und her kam diesbezüglich letzten Herbst eine Einigung mit den Xstrata-Eignern zu Stande.

Die Fusion von Glencore und Xstrata selbst hat sich seither allerdings aufgrund der Prüfung des Zusammenschlusses durch Wettbewerbsbehörden bereits mehrfach verzögert. Derzeit noch ausstehend ist das grüne Licht der chinesischen Wettbewerbsbehörden.

Glencore hat als neuen Termin für die Fusion den 16. April genannt, nachdem Ende vergangener Woche bekannt gegeben wurde, dass die Fusion nicht wie geplant bis Mitte März abgeschlossen werden kann.

SDA/mw

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