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Es ging der CS wohl darum, kompromittierendes Material zu finden

Die Überwachung Iqbal Khans erinnert an die Fichen­affäre vor 30 Jahren.

Wieso soll man sich darüber aufregen, wenn die Credit Suisse die Mitglieder ihrer Geschäftsleitung überwachen lässt? Wenn es sich ein Sozialhilfeempfänger gefallen lassen muss, sich überwachen zu lassen, warum nicht Iqbal Khan, der mit seinem Millionensalär zu den Bestverdienenden gehört? Hätte es die Credit Suisse dabei belassen und hätte sie wie vor zwei Jahren im Fall des Investmentbankers Marco Illy nur nach Fakten gesucht, die im beruflichen Umfeld relevant sind, wäre gegen die Überwachung nicht viel einzuwenden – und Khan wäre tatsächlich eine «Drama Queen», wie das Branchenportal «Inside Paradeplatz» und das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» schrieben.

Doch die Überwachung Khans hat eine andere Dimension. Bei der Polizei und in der Öffentlichkeit haben zwar alle Beteiligten betont, es sei nur darum gegangen, herauszufinden, ob Khan versucht habe, Grosskunden oder Schlüssel-Mitarbeiter abzuwerben. Doch dafür braucht sie nicht einen Bericht mit den Namen Unbeteiligter, die zufällig im selben Restaurant wie Khan ihr Mittagessen einnahmen, nicht die Namen von Handwerkern und auch keine Angaben darüber, wann Khans Frau genau die Kinder zum Kindergarten brachte (zum Bericht).

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