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«Es gibt ein Problem mit dem Lohndumping»

Baumeister-Präsident Gian-Luca Lardi gibt erstmals zu, dass Löhne in der Baubranche unterwandert werden. Von den Gewerkschaften will er sich «nicht erpressen lassen».

Will sich nicht erpressen lassen: Baumeister-Präsident Gian-Luca Lardi bleibt im Streit um einen Gesamtarbeitsvertrag hart. (30. September 2015)
Will sich nicht erpressen lassen: Baumeister-Präsident Gian-Luca Lardi bleibt im Streit um einen Gesamtarbeitsvertrag hart. (30. September 2015)
Peter Schneider, Keystone

Gian-Luca Lardi hat sich zu aktuellen Fragen im Baugewerbe geäussert. Im Inteview mit dem «SonntagsBlick» gibt der Zentralpräsident des Schweizer Baumeisterverbandes (SBV) offen zu, dass die Löhne der Arbeiter schon des öftern unterwandert werden. «Ja, es gibt ein Problem mit Lohndumping, aber es ist regional unterschiedlich», sagt der 46-jährige Puschlaver. «Das Tessin, der Grossraum Zürich, die Westschweiz sind besonders betroffen.» Zudem seien die Probleme im Baunebengewerbe grösser als bei ihnen. «Aber wir wollen verhindern, dass sie auch bei uns um sich greifen.»

Dass die Genfer Bauarbeiter beabsichtigen, im nächsten Monat zu streiken und dass sie einen besseren Schutz im neuen Landesmantelvertrag (LMV) fordern, sieht Lardi offenbar gelassen. «Wir verhandeln ja, aber nicht über einen ganzen Wunschkatalog. Wir wollen einen neuen LMV, doch erpressen lassen wir uns nicht.» Ein Streik sei eine Verletzung der Friedenspflicht.

Ein Badge als Lösung?

Der Präsident des SBV will dafür sorgen, dass der LMV von allen Seiten umgesetzt und respektiert werde. «Deshalb haben wir ein Kontrollsystem mit einem Badge für alle Bauarbeiter entwickelt. So wissen wir genau, wer zu welchen Bedingungen auf den Baustellen arbeitet.» Auf die Frage, warum sich der SBV gegen die Verhandlung gegen die Gewerkschaft sperre, antwortet der Bündner: «Wir sind nicht gegen Verhandlungen, im Gegenteil. Wir wollen eine paritätische Lösung, die das Baunebengewerbe, Arbeitnehmervertreter und öffentliche Bauherren miteinbezieht.» Mit ihrer Fachstelle Risikoanalyse verstosse die Unia gegen die Sozialpartnerschaft.

Der LMV läuft Ende dieses Jahres aus. «Wir sind bereit, über einen besseren Vollzug des LMV, die Löhne und Finanzierung der Frühpensionierung zu verhandeln. Jetzt muss die Unia einen Schritt tun», verlangt Lardi, der als FDP-Politiker für den Nationalrat kandidiert. Es sei nicht das Ziel des Baumeisterverbandes, dass es einen LMV ohne die Unia gebe.

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