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Es geht auch ohne Schwarzgeld

Peter Burkhardt über die Erholung der Banken.

Was mussten wir uns anhören: Ohne das Bankgeheimnis sei der Schweizer Finanzplatz, ja sogar die gesamte Volkswirtschaft gefährdet, behaupteten die Banken und ihre politischen Helfershelfer während Jahrzehnten. Untergangsstimmung wurde auch verbreitet, als nach der hauptsächlich von den Banken verursachten Finanzkrise von 2007/08 strengere Eigenkapitalvorschriften erlassen wurden. Im Schweizer Bankensektor würden über die nächsten Jahre 20'000 Stellen verloren gehen, weissagte etwa der frühere UBS-Chef Oswald Grübel vor sieben Jahren. Und: Die strengeren Vorschriften für die Banken würden das Wirtschaftswachstum abklemmen.

Grübel und all die anderen Alarmisten irrten. Weder ist der Bankensektor untergegangen noch die Schweiz. Zum Heer der arbeitslosen Banker ist es ebenfalls nicht gekommen: Es gingen nicht Zehntausende Stellen verloren, sondern – gemessen am Höchststand der Beschäftigung im Bankensektor im Jahr 2009 – deren 9000. Gewiss, für jeden einzelnen Beschäftigten, der seinen Arbeitsplatz verlor, ist das kein Trost. Und gewiss, mehrere kleinere Banken sind untergegangen – vor allem die unbelehrbaren, die selbst dann noch unversteuerte Gelder annahmen, als klar war, dass dies von den Steuerbehörden anderer Länder nicht mehr toleriert wird.

Doch insgesamt hat der Schweizer Finanzplatz die Umwälzungen erstaunlich gut bewältigt. Vielen Banken geht es so prächtig, dass sie wieder Stellen aufbauen. Selbst bei den Grossbanken zeichnet sich ab, dass der Jobabbau langsam vorbei ist. Im vergangenen Jahr erzielte der Finanzsektor eine Wertschöpfung von 60 Milliarden Franken. Das entspricht einem Anteil von 9,6 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz. Zum Vergleich: 1995 waren es noch 8,8 Prozent gewesen. Trotz Abschied vom Steuerhinterziehungsgeheimnis, das als Bankgeheimnis getarnt worden war, und trotz strengerer Eigenmittelvorschriften ist der Finanzsektor also sogar noch gewachsen, nicht geschrumpft.

Die Schweizer Banken leben gut – auch ohne Schwarzgeld.

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