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Erosion bei Bezahlzeitungen hält an

Der Auflagezahl bei den bezahlten Tageszeitungen hat weiter abgenommen. Auch die Sonntagszeitungen kämpfen mit Einbussen.

Schwierige Zeiten: Zeitungen der Tamedia.
Schwierige Zeiten: Zeitungen der Tamedia.
Keystone

Praktisch alle Titel haben im laufenden Jahr Auflageneinbussen hinnehmen müssen. Einen Sprung machte dagegen das Gratisblatt «Blick am Abend», das die Auflage um satte 46,3 Prozent steigern konnte.

Die Steigerung auf 329'418 Exemplare ist laut Roland Achermann, Bereichsleiter der WEMF AG für Werbemedienforschung, hauptsächlich auf Gebietserweiterungen zurückzuführen. Seit Mitte August 2009 wird das Gratisblatt neben Bern, Basel und Zürich nämlich auch in Luzern, Zug und St. Gallen verteilt.

Die auflagenstärkste Zeitung der Schweiz bleibt nach wie vor «20 Minuten», obschon sie einen Auflagenrückgang von 7,9 Prozent verzeichnete. Mit 494'368 Exemplaren liegt sie weiterhin unangefochten an der Spitze. Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten WEMF-Zahlen hervor. Diese werden jeweils Ende September bekanntgegeben.

Empfindliche Einbussen musste auch das Westschweizer Pendant «20 minutes» hinnehmen. Die Auflage sank um 9,9 Prozent auf 207'112 Exemplare. Seit «Le Matin Bleu» Ende September 2009 eingestellt wurde, hat «20 minutes» in der Romandie keine Gratis-Konkurrentin mehr.

Klassische Tageszeitungen weiter im Sinkflug

Auch die Auflagen der meisten bezahlten Tageszeitungen gehen weiter zurück. Ausnahme ist der «Blick»: Die auflagenstärkste Schweizer Zeitung aus dem Hause Ringier konnte ihre Auflage gar geringfügig um 0,2 Prozent auf 214'880 Exemplare erhöhen.

Einen massiven Rückgang musste die zu Tamedia gehörende «Berner Zeitung» hinnehmen: Ihre Auflage ging um 9,2 Prozent auf 181'705 Exemplare zurück. Auch die zweite, in Bern erscheinende Tamedia- Publikation «Der Bund» ging um 2,9 Prozent auf 51'183 Exemplare zurück.

Ebenfalls weiter an Boden verlor das Tamedia-Flaggschiff «Tages-Anzeiger». Im vergangenen Jahr verkaufte das in Zürich erscheinende Blatt 203'636 Exemplare (-2,7 Prozent). Ähnlich erging es der «Neuen Zürcher Zeitung». Sie büsste 2,0 Prozent ein und wies damit eine Auflage von 136'894 aus.

Zurück gingen auch die Auflagen der «Mittelland Zeitung» (-2,7 Prozent auf 187'111), der «Neuen Luzerner Zeitung» (-2,4 auf 124'242), der «Südostschweiz» (-0,7 Prozent auf 124'760), der «Zürcher Landzeitung» (-4,9 Prozent auf 95'255), des «St.Galler Tagblatts» (-1,5 auf 94'020) und der «Basler Zeitung» (-5,0 auf 83'773).

Sonntagszeitungen

Von den Sonntagszeitungen vermochte nur eine einzige ihre Auflage zu steigern. Damit bestätigt sich der Eindruck vom vergangenen Jahr, wonach dieser Markt gesättigt ist. Die Nummer eins «SonntagsBlick» verlor 3,8 Prozent auf 238'178 Exemplare, die «SonntagsZeitung» 3,1 Prozent auf 188'658 Exemplare.

Deutliche Einbussen musste auch der «Sonntag» hinnehmen, dessen Auflage um 4,6 Prozent auf 170'368 Exemplare sank. Einzig die «NZZ am Sonntag» vermochte erneut leicht zuzulegen (1,0 Prozent auf 129'813), während die «Südostschweiz am Sonntag» einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent auf 52'381 Exemplare auswies.

Verluste in der Westschweiz

Ähnlich präsentiert sich das Bild in der Romandie. Die auflagenstärkste Tageszeitung «24Heures» druckte 3,2 Prozent weniger Exemplare (78'964). Auch «Le Matin» hatte einen Rückgang von 1,6 Prozent auf 57'894 zu beklagen, dasselbe gilt für «Le Matin dimanche» (-2,9 Prozent auf 188'053) und «Le Temps» (-2,3 Prozent auf 44'450 Exemplare).

Weniger stark ins Gewicht fallen die Veränderungen im Tessin. Beinahe unverändert (-0,1 Prozent) präsentiert sich etwa die Auflage des «Corriere del Ticino» (37'092), ebenso jene von «La Regione» (- 0,2 Prozent auf 32'479) und des «Giornale del Popolo» (-1,6 auf 16'229).

(SDA)

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