Zum Hauptinhalt springen

Eröffnung von Grossflughafen um Wochen verschoben

Die für den 3. Juni geplante Eröffnung des deutschen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg wird um mehrere Wochen verschoben. Für den Flugbetrieb der Swiss hat dies Auswirkungen.

Noch immer eine Baustelle: Der Flughafen Berlin-Brandenburg. (8. Mai 2012)
Noch immer eine Baustelle: Der Flughafen Berlin-Brandenburg. (8. Mai 2012)
Keystone

Die für Anfang Juni geplante Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin- Brandenburg (BER) verzögert sich für unbestimmte Zeit. Der Termin lasse sich wegen noch nötiger Tests bei den Brandschutzanlagen nicht halten, teilte die Flughafengesellschaft am Dienstag in Berlin mit. Ein neuer Termin zur Inbetriebnahme solle nach der Sommerpause in Angriff genommen werden.

Der neue Flughafen sollte den Flugbetrieb an einem Standort konzentrieren. Der Airport Tegel sollte geschlossen werden, das Empfangsgebäude des bisherigen Flughafens Schönefeld ebenso. Tempelhof als dritter Berliner Flughafen hatte bereits 2008 den Betrieb eingestellt. Gesellschafter des neuen Flughafens sind Berlin, Brandenburg und der Bund. Die Kosten werden mit 2,5 Milliarden Euro angegeben.

Weltweite Auswirkungen

Die verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) wird weltweite Auswirkungen auf den Luftverkehr haben. «Wir müssen alle betroffenen Fluggesellschaften weltweit darüber informieren, dass sie ihre Abläufe ändern müssen.»

Dies sagte der Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung (DFS), Ralph Riedle, der «Financial Times Deutschland (Mittwochausgabe). Das sei für alle Beteiligten ein erheblicher Aufwand. Der Fall sei wegen der kurzfristigen Informationspolitik der Betreibergesellschaft des Flughafens sehr ungewöhnlich.

Die für die Koordinierung und Kontrolle der Flugrouten und Sicherheit der Flüge zuständige DFS sei erst am Dienstag darüber informiert worden, dass der geplante Termin am 3. Juni nicht gehalten werden könne, sagte der DFS-Geschäftsführer.

Swiss stellt Tickets neu aus

Weil nun weiterhin der alte Flughafen Tegel angeflogen wird, muss die Swiss ihre Flugpläne neu veröffentlichen, die schon den Namen des neuen Flughafens und die neuen Flugnummern enthielten. Zudem müssten alle Tickets neu ausgestellt und die Kunden informiert werden, sagte Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack. Die Flugzeiten hätten sich aber nicht geändert. Die Zusatzkosten für die Swiss seien noch nicht bezifferbar.

Der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa zeigte Verständnis, dass wegen technischer Probleme die Eröffnung nach hinten verschoben werden muss, wie es am Dienstag laut der Nachrichtenagentur dpa aus Unternehmenskreisen bei der Generalversammlung in Köln hiess. «Ein Chaos wie London-Heathrow darf sich in Berlin nicht wiederholen», sagte ein hochrangiger Lufthanseat. In London war es im Jahr 2008 nach Eröffnung des fünften Terminals zu etlichen Flugausfällen und Gepäckchaos gekommen.

Bereits Erweiterung geplant

Trotz der Turbulenzen haben die Berliner Flughafenbetreiber grosse Pläne. Unmittelbar nach der Eröffnung soll bereits die Ausbauplanung beginnen. Denn der Hauptstadtflughafen ist für 27 Millionen Passagiere gebaut und Berlin zählte im vergangenen Jahr erstmals mehr als 24 Millionen Fluggäste. 2013 sollen Anbauten am Terminal in die Wege geleitet werden, um Raum für 3 Millionen zusätzliche Passagiere zu schaffen.

Schon genehmigt sind auch zwei Satelliten des Terminals zwischen den Start- und Landebahnen. Sie würden die Flughafenkapazität auf 45 Millionen Passagiere bringen, aber dafür gibt es noch keinen Zeitplan.

dapd/AFP/sda/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch