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«Eine Übernahme ist kein Thema!»

Führungsschwach, strategielos, luxusverliebt: Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam steht zunehmend in der Kritik. Er selbst dementiert jedoch eine Krise oder Verkaufsgerüchte.

Steht unter Beschuss: Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam am 19. Mai 2016 an einer Veranstaltung in Lausanne.
Steht unter Beschuss: Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam am 19. Mai 2016 an einer Veranstaltung in Lausanne.
Jean-Christophe Bott, Keystone

Vor einem Jahr ist er angetreten, der «Barack Obama der Finanzbranche», doch seine Bilanz fällt holzig aus. Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam steht in der Kritik, wird von vielen für die heftige Krise der Traditionsbank verantwortlich gemacht. Jetzt hat der CEO im «SonntagsBlick» zu Negativschlagzeilen und Gerüchten Stellung bezogen.

Anlass zum Feiern gibt es an seinem Zwölf-Monats-Jubiläum jedenfalls kaum. So günstig wie letzte Woche Dienstag war eine Credit Suisse-Aktie noch nie zu haben. Der Titel fiel zwischenzeitlich auf zehn Franken – ein Allzeittief. Nur wenige Tage später verabschiedete sich Pamela Thomas-Graham aus dem Unternehmen. Die US-Amerikanerin galt Ex-CEO Brady Dougan als kompetente Modernisiererin, sie sollte im Bankhaus überfällige Reformen anstossen.

Eine Mission, an der sie – wie Kritiker meinen – nicht zuletzt aufgrund Tidjane Thiams Strategielosigkeit und Führungsschwäche scheiterte. Krisenstimmung und Aktientalfahrt zum Trotz kassierte der 2015 für sechs Monate Arbeit happige 18.9 Millionen Franken Lohn und Antrittsgeld.

Krise, welche Krise?

Die Investoren sind auf den CEO nicht mehr gut zu sprechen und fordern immer vehementer seinen Rücktritt. Gleichzeitig machen Gerüchte die Runde.

Aktuell wurden sogar Stimmen laut, die Tage der Eigenständigkeit der Traditionsbank seien gezählt, Aufspaltung und Verkauf einzelner Sparten stünden spätestens 2017 bevor. Ein hartnäckiges Gerücht, das Thiam gegenüber dem «SonntagsBlick» jedoch energisch dementiert: «Die Gruppe bleibt zusammen. Eine Übernahme ist kein Thema!».

Knapp bemessen auch seine Antwort auf die Frage nach dem derzeitigen Aktienkurs: Das Umfeld sei eben «volatil» und stelle die Führung «vor Herausforderungen». Die Credit Suisse sei momentan «sicherer denn je», sagt der CEO, schliesslich verfüge sie über «mehr hartes Eigenkapital als jemals zuvor».

Thiam erhofft sich von den Anlegern derweil etwas mehr Geduld. Der eingeschlagene Kurs sei der Richtige, brauche aber noch etwas Zeit. Ob er diese bekommen wird, ist noch offen.

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