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Ein Schweizer Tram macht sich breit

Rollmaterial von Stadler Rail sorgt in der österreichischen Stadt Graz für rote Köpfe.

So richtig freuen tun sich die Grazer über ihre neue Bim noch nicht. «Bim» – so nennen die Bewohner der steirischen Landeshauptstadt ihre Strassenbahn liebevoll. Einige Kompositionen haben schon 40 Jahre und mehr auf dem Buckel. 2007 bestellten die Grazer Stadtwerke deshalb 45 nigelnagelneue Niederflurtrams bei der Schweizer Firma Stadler Rail. Zwei fahren bereits durch die Stadt an der Mur. An ihnen schätzen die Österreicher vor allem die Klimaanlage – jetzt, wo es in der Steiermark schon mal 35?Grad heiss werden kann.

Bis 2015 sollen die neuen Trams ausgeliefert sein und rollen – sofern sie sich in den engen Gassen der Innenstadt nicht ineinander verkeilen. Denn die neuen Trams sind mit 2,30 Metern 10 Zentimeter breiter als die altgedienten Bims. Konkret: An 16 Stellen im Verkehrsnetz sind sie zu breit. Schritt für Schritt werden deshalb die Strassen aufgerissen und die Schienenabstände vergrössert. Die Bevölkerung von Europas Kulturhauptstadt 2003 fährt auf den entsprechenden Linien unterdessen in Ersatzbussen und wundert sich. Ein Leser der Lokalzeitung «Kleine Zeitung» würde den Verantwortlichen der Grazer Stadtwerke am liebsten den «Dummheitspreis erster Klasse» übergeben. Er kann es kaum fassen, dass da eine Stadt für 100?Millionen Euro neue Strassenbahnen einkauft, die gar nicht auf die Strassen passen. Und er ist nicht der Einzige.

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