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Ein Raketenmann wird Spuhlers Kronprinz

Temperamentvoll, bodenständig, vernünftig: Was Peter Spuhler und Weggefährten über den neuen Stadler-Rail-Chef Thomas Ahlburg sagen.

Thomas Ahlburg (r.) übernimmt von Peter Spuhler (M.) den Chefposten bei Stadler Rail. Georg Kappeler wird neu Leiter des Werks in Bussnang TG. Foto: Kirsten Oertle/Stadler
Thomas Ahlburg (r.) übernimmt von Peter Spuhler (M.) den Chefposten bei Stadler Rail. Georg Kappeler wird neu Leiter des Werks in Bussnang TG. Foto: Kirsten Oertle/Stadler

Wer die Porträts der beiden starken Männer der Stadler Rail vergleicht, dem fällt auf, dass der designierte Chef Thomas Ahlburg schon rein optisch dem Verwaltungsratspräsidenten und Mehrheitsaktionär Peter Spuhler etwas ähnelt: kantige Gesichtszüge, kurzes Haar, entschlossener Blick.

Auch charakterlich passen die beiden offenbar gut zusammen. «Beide sind sehr temperamentvoll, produktbegeistert und teilen die Einstellung zum Unternehmertum», heisst es aus Konzernkreisen. Daher lobt der scheidende Chef Peter Spuhler seinen Nachfolger in den höchsten Tönen: «Mit Thomas Ahlburg übernimmt ein Wegbegleiter meine Nachfolge, der mich in den letzten Jahren aus unternehmerischer, führungstechnischer und vor allem aus menschlicher Sicht restlos überzeugt hat.»

Vor zwei Jahren zum Stellvertreter gemacht

Dass Spuhler seinen Nachfolger just am Tag der Bundesratswahl präsentiert, sei reiner Zufall, heisst es von Stadler Rail. Ob Spuhler seinen Teilrückzug nun nutzen wolle, um wieder in die Politik einzusteigen, dazu wollte Sprecherin Marina Winder keine Angaben machen.

Spuhler hat seinen Nachfolger langsam aufgebaut. Der 47-jährige Betriebswirt und Ingenieur stiess 2012 zum Thurgauer Bahnspezialisten. Dort übernahm er die Leitung des Hauptwerks in Bussnang von Markus Bernsteiner, der heute in der Geschäftsleitung für die Sparte Components verantwortlich ist. Vor zwei Jahren machte Spuhler Ahlburg dann zum stellvertretenden Chef – ein klarer Fingerzeig, dass er auch für höhere Weihen geeignet scheint. «Das Werk Bussnang ist erstklassig geführt und hat sich unter der Ägide von Thomas zu einem Vorbild für die ganze Gruppe entwickelt», lobte Stadler. Laut Sprecherin Winder war Ahlburg aber nicht der einzige Kandidat für den Chefposten. «Der Verwaltungsrat hat ein professionelles Auswahlverfahren mit internen und externen Kandidaten durchgeführt.»

Ahlburg hat einen breiten industriellen Hintergrund: Nach dem Ingenieursstudium an der ETH und an der University of Cape Town in Südafrika heuerte er bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton an und stieg dort bis in die Geschäftsleitung des Wiener Ablegers auf. Parallel promovierte er in Betriebswirtschaft an der Uni Göttingen. Von 2006 bis 2010 arbeitete er dann in der Luft- und Raumfahrtindustrie bei MT Aerospace. Unter anderem war er dort Leiter der Geschäftseinheit des Raketenprojekts Ariane 5. Anschliessend wechselte er in die Bahnindustrie zu Bombardier, wo er das Werk in Görlitz bis zu seinem Wechsel in die Schweiz im Jahr 2012 leitete.

Er kann auch einmal deutlich werden

Der neue Stadler-Chef engagiert sich auch lokal und amtiert als Vorstand bei der IHK im Thurgau. Wegbegleiter beschreiben ihn als «sehr bodenständig», er könne aber auch einmal deutlich werden, wenn aus seiner Sicht etwas nicht rundläuft. Im Thurgau wurde er bereits als der «wohl vernünftigste Vorstand der IHK» bezeichnet. Ahlburg ist mit der Harfenistin Nora Ahlburg verheiratet, das Paar hat einen sechsjährigen Sohn.

Breiter industrieller Hintergrund, fachkundig, guter Leistungsausweis – bei Ahlburgs Lebenslauf gibt es nichts auszusetzen. Spuhlers Parteifreunde in der SVP mögen sich indes an einem Fakt reiben: Der neue Stadler-CEO ist ein Deutscher.

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