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«Die vorgestellte Uhr ist nichts Neues»

Bedroht der Smartwatch-Hype die Schweizer Uhrenindustrie, wollte Redaktion Tamedia von Swatch-Chef Nick Hayek wissen. Seine Stellungnahme ist eindeutig.

Lässt sich von der Samsung-Erfindung nicht gross beeindrucken: Swatch-Boss Nick Hayek. (Archiv, 29. Mai 2013)
Lässt sich von der Samsung-Erfindung nicht gross beeindrucken: Swatch-Boss Nick Hayek. (Archiv, 29. Mai 2013)
Peter Klaunzer, Keystone
Hayek tüftelt schon seit Jahren an intelligenten Uhren: Der Swatch-Boss zeigt mit Microsoft-Gründer die Paparazzi. (Archiv, Oktober 2004)
Hayek tüftelt schon seit Jahren an intelligenten Uhren: Der Swatch-Boss zeigt mit Microsoft-Gründer die Paparazzi. (Archiv, Oktober 2004)
Keystone
Das Interesse am neuen Samsung-Gadget ist riesig: Andrang von Journalisten und Marktbeobachtern vor der Smartwatch-Präsentation in Berlin.
Das Interesse am neuen Samsung-Gadget ist riesig: Andrang von Journalisten und Marktbeobachtern vor der Smartwatch-Präsentation in Berlin.
Keystone
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Mit ganz viel Pomp hat der koreanische Konzern Samsung vor zwei Tagen sein neuestes Technik-Gadget vorgestellt, die Galaxy Gear. Das Interesse der Marktbeobachter ist riesig, die Aufmerksamkeit könnte grösser kaum sein. J. K. Shin, der Chef von Samsungs Mobilesparte, gab sich überzeugt, dass das neue Gerät «weltweit zu einer Fashion-Ikone wird».

Experten sind sich allerdings uneinig, ob die Smartwatch sich im Markt durchsetzen wird. Für die Schweizer Uhrenindustrie ist allenfalls die Frage von Bedeutung, inwiefern die neuste Erfindung als Bedrohung wahrgenommen werden muss. Oder ob man den Grosskonzernen aus Asien und den USA etwas entgegenzustellen hat.

Zusammenarbeit mit Microsoft

«Die vorgestern vorgestellte Uhr ist nichts Neues», lässt Swatch-Boss Nick Hayek auf Anfrage von Redaktion Tamedia mitteilen. Im Übrigen experimentiere Swatch schon seit 20 Jahren mit interaktiven Uhren und «hat dabei viele wertvolle Erfahrungen gemacht».

Hayek hebt hervor, dass man selber Leader bei der Touch-Technologie sei. Als Beispiele nennt Hayek Swatch The Beat oder auch Swatch Paparazzi (2004), die in Zusammenarbeit mit Microsoft entstanden sei. Erwähnt wird auch die für elektronische Ski-Tickets entwickelte Swatch Access.

Überzeugt von der mechanischen Uhr

Trotz intelligenten Uhren setzt Hayek noch immer auf Metallfedern und Zahnräder. Die Uhrenindustrie solle sich darauf konzentrieren, die Wunder der Mechanik in den Vordergrund zu stellen. Wichtig seien Schritte wie die in diesem Frühling in Basel präsentierte Sistem 51, eine nur aus 51 statt wie üblich 100 bis 200 Komponenten bestehende mechanische Uhr.

Ganz genau schaut auch Manuel Emch, Generaldirektor von Romain Jerome und Sohn der langjährigen Swatch-Chefin Arlette Emch, auf die neuste Entwicklung mit den Smartwatches. In «Le Temps» hat er im Juli seine Vision der Uhrenindustrie in dreissig Jahren entwickelt. Sie werde sich «zwischen Horlogerie und Telefonie» bewegen, und wer weiss, vielleicht werde er in zehn Jahren herunterladbare Uhrwerkapplikationen produzieren.

(baz)

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