Die Problemzonen von Ermottis UBS

Die Grossbank verdiente 2016 deutlich weniger als im Vorjahr. Welches Geschäft vor allem Sorgen macht.

Offenbar fassen die Anleger besonders in den USA wieder Mut: UBS-Sitz in New York. Foto: Mark Lennihan (Keystone)

Offenbar fassen die Anleger besonders in den USA wieder Mut: UBS-Sitz in New York. Foto: Mark Lennihan (Keystone)

Jorgos Brouzos@jorgosbrouzos

Die Latte war hoch gelegt. Die UBS erzielte im letzten Jahr einen Gewinn von mehr als 3 Milliarden Franken. Damit gelang es der grössten Schweizer Bank nicht, an das sehr gute Jahr 2015 anzuknüpfen. Damals lag der Gewinn mit rund 6 Milliarden fast doppelt so hoch. Doch immerhin gelang es dem Institut von UBS-Chef Sergio Ermotti mit dem diesjährigen Ergebnis die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Die UBS-Aktie reagierte auf das Ergebnis negativ. Sie verlor zum Börsenstart 2 Prozent.

Die Erklärung für den Rückgang ist schnell gefunden. Die Bank profitierte im letzten Jahr stark von Steuereffekten. Sie konnte damals umfangreiche Verluste aus der Vergangenheit aktivieren. Zudem mussten das Vermögensverwaltungsgeschäft und die Investmentbank deutliche Einbussen hinnehmen.

Anleger halten sich zurück

Beim Geschäft mit vermögenden Kunden, der wichtigsten Sparte der Grossbank, schrumpften die Einnahmen bereits im Vorjahr. Die Anleger halten sich angesichts der unsicheren Wirtschaftslage zurück, das mindert die Erträge der UBS. Ein schlechtes Zeichen ist, dass die Margen in diesem Geschäftsbereich um 5 Prozent zurückgingen.

Dennoch war es kein schlechtes Jahr für die UBS. Die Bank dürfte deutlich besser abschneiden als die Konkurrenz. Für die Credit Suisse etwa wird ein Milliardenverlust erwartet. Zudem haben sich einige UBS-Geschäftsbereiche gut entwickelt. Das Geschäft mit vermögenden US-Kunden ist deutlich gewachsen. Die Bank geht davon aus, dass sich die Lage in den USA weiter verbessern wird. Denn offenbar fassen die Anleger besonders in den USA wieder Mut, was sich auch in den Zahlen niederschlagen dürfte.

Neue Rekorde im Heimmarkt

Doch nicht nur in den USA läuft es der Bank gut. Auch in der Schweiz hat sie einmal mehr zugelegt. Der lange stiefmütterlich behandelte Heimmarkt eilt von Rekord zu Rekord. Letztes Jahr wuchs er erneut um 3 Prozent. Es ist das beste Ergebnis seit der Finanzkrise 2008.

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