Die Migros rüstet um auf grüne Gewächshäuser

Der orange Riese bietet ab 2025 nur noch Schweizer Gemüse und Früchte aus fossilfreier Produktion an.

Die Migros will jährlich eine Million Franken in den Umbau der Gewächshäuser investieren. Bild: Keystone

Die Migros will jährlich eine Million Franken in den Umbau der Gewächshäuser investieren. Bild: Keystone

Jon Mettler@jonmettler

Die Migros will bei der eigenen Lieferkette den Ausstoss von Kohlendioxid verringern. Alle Schweizer Produzenten, die an den orangen Riesen Früchte und Gemüse liefern, sollen in ihren Gewächshäusern bis zum Jahr 2025 erneuerbar heizen. Die Migros informiert heute über diese neue Massnahme.

DerBund.ch/Newsnet kennt die Details bereits: Bei der Umstellung der Gewächshäuser arbeitet die Migros mit dem Verband der Schweizer Gemüseproduzenten zusammen. Der Detailhändler investiert jährlich 1 Million Franken in das Projekt. Mit dem Geld unterstützt die Migros die Produzenten beim Umbau finanziell. Zusätzlich sorgt die Migros für Planungssicherheit, indem sie Bekenntnisse zum künftigen Lieferumfang abgibt.

Aktuell beheizen die Hersteller ihre Gewächshäuser mehrheitlich mit Erdöl oder Erdgas. Künftig soll jeder Betrieb den für seinen Standort optimalen Mix an erneuerbaren Energieträgern einsetzen. Wärmepumpen, Holzheizungen, Biogas, Geothermie sowie Solarenergie stehen dabei im Vordergrund.

Einsparung von jährlich bis zu 75'000 Tonnen Kohlendioxid

Gewächshäuser werden insbesondere zu Beginn und am Ende der Schweizer Saison beheizt, um das Zeitfenster zu verlängern. Die Migros rechnet aufgrund der neuen Massnahmen mit einer Einsparung von jährlich bis zu 75'000 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht mehr als 15'000 Flügen von Zürich nach Hawaii.

Einer der Migros-Lieferanten, der bereits umgerüstet hat, ist die Forster-Gruppe mit Sitz in Pfaffnau LU. Sie beheizt ihren Salatgarten mit überschüssiger Prozesswärme einer Verbrennungsanlage. Zwar sei klar, «dass wir aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die bestehenden Heizungen so lange wie möglich nutzen wollen», sagt Firmenchef Patrick Forster. Mit den fossilfreien Gewächshäusern sei die Gruppe aber auf dem richtigen Weg. «Auch die Produzenten müssen ihren Teil zum Umweltschutz beitragen.»

Coop ist ebenfalls aktiv

Am Projekt beteiligt ist ebenfalls der WWF Schweiz. Mit dem Vorhaben zeige die Migros gemeinsam mit ihren Produzenten, «dass der Ausstieg aus Heizöl und fossilem Gas möglich ist», sagt WWF-Länderchef Thomas Vellacott. Diese Art der gemeinsamen Anstrengungen sei nötig, «um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen und den Klimawandel einzudämmen».

Konkurrent Coop ist ebenfalls aktiv. 2019 steht etwa die Verringerung der Verpackungen bei Gemüse und Früchten mit Bio-Label im Vordergrund. Ziel ist es, diese Produkte bis Herbst wo immer möglich unverpackt oder mit einer ökologischen Verpackung anzubieten.

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