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«Die interne Kompetenzstelle fürs US-Geschäft von Wegelin»

Ein Whistleblower richtet harte Vorwürfe gegen David Zollinger, Topmanager der Bank Wegelin. Brisant ist, dass der frühere Zürcher Staatsanwalt der Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft angehört.

Im Fall Wegelin stand bisher vor allem Christian Hafner, Chef der Wegelin-Filiale in Zürich, in der Kritik. Denn es war die Zürcher Niederlassung der St. Galler Privatbank, die sich um die früheren US-Kunden der UBS kümmerte. Jetzt macht ein Whistleblower einen weiteren Topmanager der Bank Wegelin für das problematische US-Geschäft mitverantwortlich, wie das Nachrichtenportal «Inside Paradeplatz» berichtet.

«Hafner und Zollinger kannten die Kundenhintergründe im Detail»

David «Dave» Zollinger sei «die interne Kompetenzstelle für das ganze US-Geschäft» gewesen, heisst es in einer anonymen E-Mail. Jede neue Geschäftsbeziehung mit einem US-Kunden habe «zwingend von Hafner oder Zollinger bewilligt werden» müssen. «Sie waren bei den meisten Eröffnungen auch physisch im Gespräch dabei und kannten die Kundenhintergründe im Detail», behauptet der Whistleblower, bei dem es sich gemäss «Inside Paradeplatz» um einen Ex-Kadermann von Wegelin handeln dürfte.

Zollinger, der bis 2007 als Staatsanwalt des Kantons Zürich wirkte, gehörte der Geschäftsleitung der Bank Wegelin an. Gemäss einem Bericht der «Aargauer Zeitung» (AZ) und der «Südostschweiz» weist der Sprecher der St. Galler Privatbank die Vorwürfe des Whistleblowers zurück. Zollinger selber, der angeblich in den Ferien weilt, wollte sich nicht zur Angelegenheit äussern. Die AZ zitiert einen Anwalt mit der Aussage, dass Zollinger «quasi das juristische Gewissen der Bank und die Nummer zwei der Wegelin-Filiale in Zürich» gewesen sei.

Thema auch für parlamentarische Gerichtskommission

Dennoch: Dass sich oberste Chargen um das heikle US-Offshore-Geschäft kümmerten, könnte nach Einschätzung von «Inside Paradeplatz» für die Bank und die Verantwortlichen sprechen. «Es wäre ein Indiz, dass sich Wegelin der Problematik grundsätzlich bewusst war und versuchte, einen rechtlich korrekten Weg zu gehen.»

Der Fall Wegelin respektive die Rolle von Zollinger bei der US-Strategie Wegelins beschäftigt nun auch die Gerichtskommission des Eidgenössischen Parlaments, die die Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft wählt – denn Zollinger ist Mitglied eben dieser Aufsichtsbehörde. Die Gerichtskommission wird sich Mitte Februar mit der Personalie Zollinger befassen, wie die «Aargauer Zeitung» und die «Südostschweiz» berichten. Zollinger, der Mitglied der SVP ist, war einst Kandidat für das Amt des Bundesanwalts.

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