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Die Finanzaufsicht liebt die Dunkelheit

Dass die Finma ihren kritischen Bericht über die Credit Suisse veröffentlicht hat, grenzt an ein Wunder. Normalerweise scheut die Behörde das Licht. Und setzt sich damit dem Vorwurf falscher Rücksichtnahmen aus.

Ein bisschen Licht ins Dunkel: Der ehemalige Sitz der Finanzaufsicht in Bern. Foto: Martin Rütschi (Keystone)
Ein bisschen Licht ins Dunkel: Der ehemalige Sitz der Finanzaufsicht in Bern. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

Da erfährt die schweizerische Öffentlichkeit, dass die Credit Suisse jahrzehntelang unrechtmässig und wissentlich Tausenden US-Bürgern geholfen hat, Gelder am Fiskus vorbei ausser Landes zu bringen. Sie erfährt es in allen Details in der Nacht von Montag auf Dienstag, – den US-Behörden sei Dank.

An ebendiesem Dienstag stellt auch die schweizerische Finanzmarktaufsichtsbehörde (Finma) einen Bericht über das grenzüberschreitende Geschäft der Credit Suisse mit US-Kunden ins Netz. Er geht zurück auf eine Unter­suchung, die am 21. September 2012 abgeschlossen wurde. Mehr als anderthalb Jahre lang lag der Bericht mit seinen vernichtenden Befunden in der Dunkelkammer der Finma. Niemand wusste davon. Und siehe da: Am Tag, als die ­US-Behörden ihre Erkenntnisse publik machten, kam auch der Finma-Bericht plötzlich ans Licht. Motto: «Ätsch! Was die Amis da veröffentlichen, haben wir schon lange gewusst.»

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