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Die CS lockert das Bankgeheimnis

«Der Kunde entbindet hiermit die Bank von ihrer Geheimhaltungspflicht»: Die neuen AGB der Credit Suisse enthalten einen Artikel, der das Bankgeheimnis stark einschränkt.

«Die CS verschlechtert den Schutz für die Kunden»: Logo der Grossbank am Hauptsitz in Zürich. (Archivbild)
«Die CS verschlechtert den Schutz für die Kunden»: Logo der Grossbank am Hauptsitz in Zürich. (Archivbild)
Keystone

In den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hält die Credit Suisse fest, dass sie in gewissen Fällen vom Bankgeheimnis abweichen darf. Die «Basler Zeitung» hatte den Fall heute Mittag publik gemacht.

«Der Kunde entbindet hiermit die Bank von ihrer Geheimhaltungspflicht und verzichtet auf das Bankkundengeheimnis», heisst es in Artikel 16 der neuen AGB. Diese Aufhebung gilt nicht in jedem Fall, sondern nur, wenn der Kunde gegen gewisse Richtlinien verstösst.

So darf er beispielsweise, sofern ihm an der Wahrung seiner finanziellen Privatsphäre gelegen ist, in der Öffentlichkeit, gegenüber Medien oder Behörden keine Vorwürfe gegen die Bank erheben.

Neu ist die explizite Formulierung

Credit Suisse hatte schon mit den alten Geschäftsbedingungen die Möglichkeit, unter gewissen Bedingungen von der Geheimhaltungspflicht abzuweichen. Neu ist indes die explizite Formulierung, wonach der Kunde in diesen Fällen «auf das Bankkundengeheimnis verzichtet».

Ausserdem wurden die Bedingungen, bei deren Eintreten die Bank nicht mehr zur Geheimhaltung verpflichtet ist, ausgeweitet.

Wirtschaftsrechts-Professor Peter V. Kunz sagt, das Vorgehen der Credit Suisse sei zwar legal, aber bedauerlich: «Die Credit Suisse verschlechtert damit den Schutz für die Kunden. Wenn gerade eine der beiden Grossbanken einen solchen Schritt macht, setzt das ein falsches Zeichen», sagte Kunz gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Bank hielt in einer Stellungnahme fest, die neuen Geschäftsbedingungen beinhalteten keine fundamentale Änderung. Vielmehr stelle der fragliche Artikel eine sprachliche Präzisierung und Ergänzung dar. Die Präzisierung sei erfolgt, um den Verzicht auf gewisse in der Praxis vorkommende Fälle zu erweitern.

(SDA)

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