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Der Warnschuss der Grossfirmen

Der privatwirtschaftliche Vorstoss für einen Internet-Ausweis sollte den Bund dazu bewegen, seine digitale Suisse ID weiterzuentwickeln.

Wer sich heute bei einem Onlineshop als über 18-jährig ausweisen will, fotografiert die Identitätskarte, schickt sie per E-Mail an den Onlinehändler und wartet, bis die Angaben überprüft sind. Das ist ein umständliches Verfahren – sowohl für den Kunden als auch für den Betreiber des Shops. Nun planen mehrere Schweizer Firmen eine einfachere Möglichkeit, um sich im Internet auszuweisen. Als treibende Kräfte stehen die Grossbanken UBS und Credit Suisse und der Telecomkonzern Swisscom hinter der Initiative. Die Firmen wollen sich einen besonderen Rohstoff zunutze machen: Sie haben alle ihre Kunden identifiziert. Sie besitzen also wertvolle Informationen über sie. Wenn die Konsumenten diese Angaben mit anderen Dienstleistern teilen wollen, geben UBS und Co. diese frei. Für die Initianten der digitalen ID könnte sich das zu einem guten Geschäft entwickeln. Denn diese Angaben sind im Internetzeitalter viel wert.

Von ihrem Vorstoss können auch die Schweizer Konsumenten profitieren. Die Firmen nehmen sich einer Aufgabe an, die der Bund bislang nur halbherzig erledigt hat: Sie könnten dafür sorgen, dass sich Schweizer im Internet verbindlich ausweisen können. Die dafür entwickelte Suisse ID fristet seit ihrem Start 2010 ein Nischendasein, obwohl sie damals mit 25 Millionen Franken Bundesgeldern unterstützt wurde.

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