Was Apple Pay und «Game Of Thrones» gemeinsam haben

Schweizer Finanzdienstleister sind schlecht gerüstet gegen neue Bezahldienste wie Apple Pay.

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Seit sechs Staffeln streiten sich die Protagonisten im Serienhit «Game of Thrones» um die Macht. Sie koalieren, intrigieren, morden. Dabei weiss der Zuschauer von Anfang an, dass im Norden der übermächtige Feind lauert und irgendwann alles überrollen wird – ausser die zerstrittenen Fraktionen raufen sich noch zusammen. Auch wenn vereinzelte Warner mit dem Spruch «Der Winter kommt», auf die Gefahr aufmerksam machen, sieht es nicht nach Happy End aus.

Ähnlich, nur weniger blutig, verhält es sich in der Schweiz mit dem Bezahlen der Zukunft. Die Liste gescheiterter Versuche ist lang, und erst diesen Frühling haben sich die zwei prominentesten Dienste Twint und Paymit zur Fusion entschlossen. Im Herbst soll das neue Twint parat sein. Dahinter stehen Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen, UBS und ZKB, das Finanzinfrastrukturunternehmen SIX, Migros, Coop und die Swisscom.

Winter ist da

Die grosse Gefahr für die Schweizer Finanzdienstleister kommt nicht aus dem Norden, sondern aus dem Westen. Seit gestern ist Apple Pay in der Schweiz verfügbar. Der Winter ist tatsächlich gekommen. Ganz so bedrohlich wie die Eisbösewichte aus der Serie scheint Apple Pay aber nicht. Nur drei kleine Kartenanbieter machen beim Bezahldienst mit. Dafür hat Apple einen anderen Trumpf in der Hand: Wer es ausprobiert, staunt wie unkompliziert Bezahlen am Handy funktionieren kann. Gelingt es Apple, die Kunden auf seine Seite zu ziehen, wird die Blockadehaltung mancher Schweizer Finanzdienstleister ins Bröckeln geraten.

Währenddessen hoffen die Twint-Anhänger, dass eine Klage bei der Wettbewerbskommission Apple zwingt, das iPhone für andere Bezahldienste zu öffnen. Den Sturm aus dem Westen dürfte das kaum aufhalten. Am Horizont warten schon Google und Samsung.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.07.2016, 19:07 Uhr

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