Der Konsument soll mehr für den Wasserstrom zahlen

Alpiq will Wasserzinse auf Netzkosten oder separaten Stromrappen abwälzen.

Teuer produzierter Strom: Stausee Lago di Lucendro bei Airolo. Foto: PD

Teuer produzierter Strom: Stausee Lago di Lucendro bei Airolo. Foto: PD

Hans Galli

Die Produktion einer Kilowattstunde Strom in einem Schweizer Wasserkraftwerk kostet rund 6 Rappen, an der europäischen Strombörse werden für die ­Kilowattstunde etwa 4 Rappen bezahlt. Von den Kosten in der Schweiz entfallen 2,5 Rappen auf Steuern und Abgaben; allein 1,6 Rappen macht der Wasserzins aus, den die Bergkantone erhalten.

Diese Abgaben könne ein Stromproduzent nicht mehr allein tragen, sagte Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin am Montag an der Bilanzmedienkonferenz. Alpiq fordere deshalb erstens, dass Steuern und Wasserzinse auf der Stromrechnung separat ausgewiesen würden, und zweitens, dass ein Teil dieser Abgaben auf die Netzkosten überwälzt werde. Dann müssten die Netzbetreiberin Swissgrid und die örtlichen Elektrizitätswerke sie den Kunden belasten.

Hoffen auf weiteres Geld

Der Nationalrat hat zwar im Dezember bereits Subventionen für die Wasserkraft beschlossen: 600 Millionen Franken sollen für neue, grosse Wasserkraftwerke aus dem Topf der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) abgezweigt werden. Die Summe werde aber auf 15 Jahre verteilt und bedeute nur einen Tropfen auf den heissen Stein, sagte Staiblin. Sie hoffe deshalb, dass der Ständerat im Juni weitere Massnahmen beschliessen werde, und zwar auch zugunsten der bestehenden Anlagen. Es könne nicht sein, dass die Schweizer Wasserkraft, welche 60 Prozent des Stroms liefere, durch die Energiewende gefährdet werde.

Die Wasserkraftexperten des Energiekonzerns wälzen weitere Ideen wie beispielsweise das Quotenmodell: Dabei müsste jeder Stromanbieter einen bestimmten Anteil von Schweizer Wasserstrom verkaufen.

Vorgeschlagen wird auch ein Stromrappen je Kilowattstunde zugunsten der Wasserkraft – befristet auf zehn Jahre. Konzernchefin Staiblin und Alpiq-Produktionschef ­Michael Wider führen laut eigenen Angaben intensive Gespräche mit verschiedenen Gruppen von Ständeräten, um ihnen bis zum Juni die Dringlichkeit der Massnahmen zu erläutern.

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