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Der Franken-Abschaffer

Den Euro in der Schweiz einführen: Das möchte Willy Michel. Nicht zum ersten Mal fällt der schillernde Unternehmer auf.

Er wohnt in einem Schloss und fährt mit einer Jacht über die Meere: Unternehmer Willy Michel.
Er wohnt in einem Schloss und fährt mit einer Jacht über die Meere: Unternehmer Willy Michel.
Peter Klaunzer, Keystone

So provokativ seine Forderung ist, den Franken abzuschaffen, so schillernd ist der Mensch dahinter. Willy Michel lebt im Schloss Gümligen in Muri bei Bern. 2000 hat er es gekauft. Seine Ferien verbringt er auf seiner Jacht in den Gewässern der Ostsee oder um Mallorca. Durch die Strassen kurvt er mit schnellen Autos. In Burgdorf, wo er vor dem Bezug seines Schlosses lebte, ist er Mäzen eines Museums. Auch Hotels, eine Harley Davidson oder eine Gasthausbrauerei durfte der 69-Jährige schon sein Eigen nennen.

Das Schloss Gümligen von Unternehmer Willy Michel. Bild: Wikimedia Commons/WillYs Fotowerkstatt
Das Schloss Gümligen von Unternehmer Willy Michel. Bild: Wikimedia Commons/WillYs Fotowerkstatt

Den Luxus kann sich der millionenschwere Unternehmer leisten. Die Familie Michel rangiert auf Platz 117 des «Bilanz»-Rankings der 300 reichsten Schweizer. Das Gesamtvermögen schätzt das Magazin auf 1,25 Milliarden Franken. Verdient hat Michel sein Geld mit den beiden Medizinaltechnikunternehmen Disetronic, das 2003 teilweise an Roche verkauft wurde, und Ypsomed, bei dem er heute noch Präsident ist.

Politik aufgewirbelt

Michel ist einer der erfolgreichsten Unternehmer im Raum Bern-Solothurn. Die Universität Bern verlieh ihm 2006 sogar einen Ehrendoktortitel, obwohl der gelernte Chemielaborant kein Akademiker ist.

Michel gilt als berechnend und zielorientiert, als einer, der sich nicht dreinreden lässt. Deshalb müssen Banken bei seinem Geschäft draussen bleiben. Ihm seien 4000 Kleinaktionäre lieber als zwei Grossbanken, denen er Rechenschaft ablegen müsse, schrieb die «Berner Rundschau» anlässlich der Verleihung des Ehrendoktors.

Seine neuerlichen wirtschaftspolitischen Äusserungen überraschen nicht. Michel hat ein Flair für Politik. Ende der Neunzigerjahre machte er einen kurzen Abstecher in die Gemeindepolitik. In Burgdorf wurde er in den Gemeinderat gewählt – ohne politische Erfahrung. Die Zusammenarbeit im Exekutivgremium war mit ihm kaum entspannt. In Steuer- und Finanzfragen stellte er sich quer und liess sich vom Kollegialitätsprinzip entbinden.

Nach dem Austritt aus dem Gemeinderat beendete Michel zwar seine aktive politische Phase, er äusserte sich aber immer wieder öffentlich zu politischen Themen. In jüngster Vergangenheit machte er beispielsweise keinen Hehl daraus, dass er die Erbschaftssteuer ablehnt.

Seine jüngste Provokation zielt auf den derzeit liebsten Feind des Unternehmers: den starken Franken. Seit Jahren fordert Michel Massnahmen dagegen. Früher reichten ihm noch Untergrenzen gegenüber dem Euro – von 1,35 Franken war schon die Rede. Damit gibt Michel sich heute nicht mehr zufrieden. Jetzt gehört der Franken gleich ganz abgeschafft.

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