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Der Flyer wird deutsch

Der Elektrovelo-Produzent Biketec in Huttwil gehört neu einem Grosshändler aus Köln. Das soll helfen, endlich ­wieder profitabel zu werden.

Ein Arbeiter kontrolliert einen Flyer in der Fabrik.
Ein Arbeiter kontrolliert einen Flyer in der Fabrik.
Alessandro della Bella /Keystone

In der Schweiz ist Flyer das Synonym für E-Bike. Trotzdem kämpft der Elektrovelo-Pionier aus dem Oberaargau seit Jahren mit den roten Zahlen. Die wachsende Konkurrenz aus dem Ausland bietet deutlich günstigere Modelle an, im Ausland verteuert der starke Franken den Flyer zusätzlich. Gleichzeitig macht im Premium-Bereich der zweite bernische E-Bike-Hersteller Stromer dem Flyer Konkurrenz. Nun geht der Flyer-Hersteller Biketec mit Sitz in Huttwil in deutsche Hände über: Die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ZEG mit Sitz in Köln hat einen Kaufvertrag für 100 Prozent der Aktien unterzeichnet, wie Biketec mitteilte. Die ZEG gehört 670 Velohändlern aus Deutschland und 290 weiteren aus dem restlichen Europa.

Besitzer mussten Geld einwerfen

Die bisherige Besitzerin ist die Zürcher EGS Beteiligungen AG, eine Tochterfirma der gemeinnützigen Schweizer Ernst-Göhner-Stiftung. Sie hat Biketec vor knapp vier Jahren von Gründer Kurt Schär und anderen Aktionären übernommen. Und die hat dringend benötigtes Kapital eingeworfen. Entgegen ihrer langfristigen Orientierung verkauft EGS Beteiligungen Biketec nun schon wieder. Biketec-Verwaltungsratspräsident Franz Studer erklärt diesen Schritt damit, dass Biketec einen Partner aus der Velobranche benötige. Mit der deutschen Einkaufsgenossenschaft soll der Flyer-Hersteller im Ausland schneller wachsen und gleichzeitig deutlich günstiger einkaufen können.

Studer lässt durchblicken, dass Biketec für die EGS Beteiligungen AG kein lukratives Investment war, sondern eher ein Patient, den es wieder aufzupäppeln galt. Laut dem Biketec-Präsidenten wird das Unternehmen im laufenden Jahr einen Umsatz von «deutlich über 100 Millionen Franken» erzielen und 50'000 bis 60'000 Flyer verkaufen. Beim Gewinn tönt es jedoch eher nach einer schwarzen Null denn nach einer branchenüblichen Rendite.

Flyer soll «Swiss made» bleiben

Die Biketec AG beschäftigt im Werk in Huttwil 200 und in den ausländischen Verkaufsgesellschaften weitere 50 Mitarbeiter. Der Standort Huttwil sei nicht in Frage gestellt, sagt Studer. Die neuen Besitzer wollten das Unternehmen eigenständig weiterführen und legten Wert auf das «Swiss made» der E-Bikes. «Die ZEG ist nicht irgendein Konzern, sondern eine Genossenschaft von Fahrradhändlern», betont Studer.

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